Wir folgten zuerst
einigen Hauptattraktionen des Westens der USA: die Nationalparks Anza Borrego,
Joshua Tree, Sequoia und Yosemite. Schon beim ersten Park kauften wir für achtzig Dollar den Jahrespass für den freien Zugang zu allen Nationalparks der USA. Jeder
Park ist einzigartig und geprägt durch seine Naturschönheiten. Voller Tatendrang
benutzten wir die vielfältigen Wandermöglichkeiten: durch blühende
Wüstenpflanzen, über eigenwillige Felsenformationen mit Joshua Bäumen (Yucca),
zwischen riesigen Sequoia Bäumen und bei schönstem Frühlingswetter im herrlichen
Yosemite Valley mit den vielen Wasserfällen. Allerdings waren einige Wege und
Strassen in höheren Lagen infolge Schnee noch geschlossen und nachts sank das
Thermometer gegen null Grad Celsius. Trotzdem begegneten wir schon zahlreichen
Parkbesuchern. Anscheinend seien diese Parks im Sommer völlig überlaufen und
ein freier Campingplatz finde nur noch, wer frühzeitig reserviert habe.
Sprache
Sonntag, 16. März 2014
Erste USA-Eindrücke in Kalifornien
Schon kurz nach der
Grenze fiel uns auf: Gepflegte Häuser und Strassen, informative
Strassenschilder, weisse Zäune, die bekannten Postboxen bei jedem Haus, kein
Müll am Strassenrand. Schluss mit dem metrischen System, dafür: mile, foot/feet,
inch, pound, gallon, pint, ounce. In den Parks war alles detailliert
beschriftet – zum Beispiel, dass man in der Wüste eine Gallone Trinkwasser pro
Person (3,80 Liter) auf einen Tagestripp mitnehmen soll! Die Registrierung in
den Campgrounds erledigt man selbst, steckt die verlangten Dollars in ein
Kuvert und wirft dieses in die vorhandene Kassette - enjoy your stay! Überall begegneten wir
hilfsbereiten und sehr freundlichen Amerikanern.
Video: Unser kleines Wohnmobil zwischen riesigen Sequoia Bäumen…
Donnerstag, 27. Februar 2014
Baja California – auf der langen Halbinsel Richtung USA
Will
man die zweitgrösste Halbinsel der Welt in ganzer Länge erleben, muss man von
La Paz zuerst 220 km südwärts nach Cabo San Lucas fahren und von hier sind es
dann offiziell 1714 km bis zur USA-Grenze. Da trafen wir viele Kanadier und
Amerikaner, die ihren kalten Winter lieber im Süden verbringen, entweder in der
Luxusvilla, mobil im riesigen Motorhome oder auch viel einfacher im alten
VW-Bus – alle sind vertreten. Entsprechend hört man vor allem Englisch, dafür
weniger Spanisch. Grundsätzlich herrscht Ferienstimmung auf der Baja. Wir haben
viele interessante Reisende mit Wohnmobilen aus anderen Ländern getroffen. Unter
anderen den Franzosen Marc Parez, der seit sieben Jahren mit seinem gelben
Renault 4x4 Expeditionsfahrzeug unterwegs ist. Die wunderbaren, einsamen
Strände laden zum freien Campieren ein. In keinem anderen Land war das für uns
bis jetzt in dieser Form möglich. Ausgiebig haben wir die letzten Wochen
genossen: Baden, mit Marc auf Kajaktouren einem Schwarm Delfine begegnen,
Seehunde beobachten, frische Fische und Muscheln geniessen. Und wieder einmal
an nächtlichen Lagerfeuern die Welt in allen Sprachen verbessern!..
Die Walbeobachtung
zwischen Januar und März ist ein weiterer touristischer Anziehungspunkt. Die
Wale kommen zum Kalben von Alaska in die wärmeren Gewässer von einigen Buchten
der Baja California. Wir entschiedenen uns für die Bucht hinter den Dünen von
Puerto López Mateos. Schon nach kurzer Bootsfahrt trafen wir auf einen riesigen
Grauwal mit ihrem Jungen. Interessiert näherten sich beide dem Boot und liessen
sich sogar berühren – ein eindrückliches Erlebnis.
Die zahlreichen
Missionskirchen in Baja haben eine fragwürdige Geschichte. Sie wurden im 17.
Jahrhundert von Missionaren errichtet und sollten den Indigenen eigentlich das
Seelenheil bringen. Stattdessen schleppten sie von Europa Krankheiten ein. Die
Bevölkerungszahlen gingen in der Folge zurück, die Missionen wurden aufgegeben
und stehen heute teilweise im Niemandsland. Einige Kirchen wurden restauriert
und dienen heute touristischen Zwecken.
Bei Cataviña, mitten in
der Wildnis der nördlichen Baja, war es schöner als erwartet. Wir stiessen auf
eine Vielzahl von riesigen, noch nie gesehenen Kakteen und den hier heimischen
Cirio-Bäumen. In dieser Gegend fällt manchmal jahrelang kein Tropfen Regen und
wir bewunderten die aussergewöhnliche Vegetation in dieser steinigen Landschaft.
Die letzten Tage auf
der Baja California verbrachten wir buchstäblich auf dem Höhepunkt der langen
Halbinsel. Von Meereshöhe fuhren wir auf der sehr kurvenreichen, geteerten 99,7
km langen Strasse zum Nationalpark San Pedro Mártir, der 2500 m höher liegt.
Nach der Durchquerung der kargen Wüstenlandschaft staunten wir über die hohen
Nadelbäume in diesem Park. Der Campingplatz lag mitten im Wald und auf
zahlreichen Wegen konnten wir zu Fuss die Gegend erkunden und eine fantastische
Sicht geniessen. Am Ende der Strasse liegt Mexikos staatliches Observatorium.
Von hier reichte der Blick einerseits bis zur Pazifikküste und auf der anderen
Seite bis zum Golf von Kalifornien.
Kurz vor der Grenze in
Ensenada liess Brigitte noch eine verlorene Zahnfüllung ersetzen. Ohne vorher einen
Termin abgemacht zu haben, erledigte die Zahnärztin den Schaden unverzüglich
und verlangte nur 500 Pesos (35 Franken). Ein weiteres Erfolgserlebnis: Bei
Mercedes-Benz in Tijuana fanden wir den besten Automechaniker Mexikos! David
löste unser Problem mit der 4x4-Zuschaltung, in dem er mit Hilfe des Diagnosegerätes ein defektes
Stromkabel fand und dieses sofort kompetent ersetzte. Damit
ging unsere Mexikoreise, die fast ein Jahr gedauert hatte, in jeder Hinsicht
erfolgreich zu Ende. Heute, am 27. Februar 2014 reisten wir beim Grenzübergang Tecate ohne
Schwierigkeiten in die USA ein.
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Mittwoch, 15. Januar 2014
Mit dem Chepe in die Barrancas del Cobre
Schweizer
sind sich ja an Bahnfahren gewohnt! Die Fahrt mit dem „Chepe“ von der
Pazifikküste nach Chihuahua im Innern von Nordmexiko gilt als letzte und
schönste Bahnstrecke in Mexiko. Wir wollten dies mit eigenen Augen sehen. In
einer 8-stündigen Fahrt ab El Fuerte
bewältigten wir fast die Hälfte der 656 km langen Strecke und erreichten dann Creel,
wo wir zweimal übernachteten und zwei geführte Touren in die Umgebung
unternahmen. Dieser Teil der Strecke bot eine fantastische Fahrt durch einfache
Siedlungen und der Zug mit drei Lokomotiven schlängelte sich stundenlang die
Schluchten hinauf bis auf 2400 m. Ausländische Touristen waren in der
Minderheit. Die Bahnlinie ist die Hauptverbindungsroute zwischen Chihuahua und
der Küste und wird intensiv für den Güterverkehr und einmal täglich für den
Personenverkehr genutzt. Wir waren überrascht wie ruhig und organisiert alles
ablief. Die Bahntickets kauft man im Zug und die Plätze werden einem zugewiesen
– keine Hektik, kein Drängeln! Für jeden Bahnwagon ist ein Zugbegleiter
zuständig. Das WC ist auch nach stundenlanger Fahrt immer noch sauber. Dass man
nicht vergisst, dass man in Mexiko ist, zirkulieren regelmässig mit
Maschinengewehren bewaffnete Polizisten durch den Zug und bewachen ihn bei
Haltestellen. Allerdings bei der Pünktlichkeit gewinnen die Schweizer, aber
hier meckerte auch nach einer Stunde Verspätung niemand!
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In
Divisadero hielt der Zug zwanzig Minuten und man konnte von hier den ersten
Eindruck von der tiefen Kupferschlucht (Barrancas
del Cobre oder Copper Canyon) erhaschen.
Es gibt aber keine Kupferminen hier, der Name rührt von einem Missverständnis der Spanier her, die
den von Flechten verursachten grünlichen Schimmer für Kupfer hielten. Bei jedem
Halt verkauften die indigenen Tarahumara Frauen und Kinder wunderschöne
handgeflochtene Körbchen, Textilarbeiten und Holzschnitzereien zu sehr
günstigen Preisen. Auch einheimische Verpflegung wurde angeboten. In der Nähe
entstand kürzlich ein Abenteuerpark mit dem längsten Zip-Line-Netz und sogar
einer Luftseilbahn über einen Teil der Canyons. Da der attraktivste Teil der
Strecke nur bis Creel führt, kehrten wir total zufrieden am dritten Tag wieder mit
dem „Chepe“ zurück nach El Fuerte. Unser Wohnmobil konnten wir während unserem
Bahnerlebnis gleich gegenüber der Bahnstation im Hinterhof bei einer älteren
Frau parkieren. In der nächsten Nacht brachte uns die TMC-Ferry
von Topolobampo nach La Paz auf die Halbinsel Baja California.
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Sonntag, 5. Januar 2014
Vom zentralen Hochland zur Pazifikküste
San
Miguel de Allende war für uns ein Glücksfall. Weihnachten wollten wir nämlich nicht
alleine verbringen. Gleichzeitig trafen Doris und Torsten aus Deutschland und
Fränzi und Richi aus der Schweiz ein. Wenig später stiessen Madeleine und Ralf
(Schweiz/Deutschland) dazu. Die einen kamen von Norden, die anderen von Süden. Niemand
hat sich zuvor getroffen oder gekannt. Da gab es viel zu diskutieren und
Reiseerfahrungen auszutauschen. Die Stimmung war so friedlich, dass niemand
weiterreiste und alle zusammen Weihnachten in SMA feiern wollten. Noch dauerte
es aber einige Tage. Da wurden noch Öl-, Filter- und Radwechsel sowie kleinere
Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen erledigt. Die Frauen motivierten sich
gegenseitig zum Stricken. Und spätestens zum Apéro waren alle acht wieder
zusammen. Bis Weihnachten trafen weitere Reisende aus Deutschland, Frankreich,
Niederlanden, USA und Kanada ein. Für das Weihnachtsessen am 24. Dezember brachten
alle etwas Feines für das gemeinsame Buffet mit. Das Spektrum von Älplermaccaroni
mit Apfelmus, Lasagne, mexikanische Ziegenkäse und weitere lokale Spezialitäten
bis zum französischen Schokoladenkuchen (selbstgebacken von Marc) war eindrücklich und lecker. Und sozusagen zum
Abschluss der Feierlichkeiten grillierten wir am Weihnachtstag ein zünftiges
Rindsfilet für unsere kleine Gruppe. Schon bald trennten sich unsere Wege für unterschiedliche
Reiseziele, aber Weihnachten in San Miguel de Allende wird uns allen in bester
Erinnerung bleiben.
Unser
nächstes Ziel war Mazatlan an der Pazifikküste. Wir entschieden uns für die
Strecke, an der die reichen Silberminenstädte Guanajuato und Zacatecas liegen. Für
die Erkundung dieser von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Städte
wendeten wir je zwei Tage auf. Bedenkt man aber, dass der ganze Prunk der
Silberpaläste und das opulente Leben der spanischen Silberbarone nur durch die
Ausbeutung der indigenen Sklaven und Tagelöhner möglich war, relativierte sich für
uns der ganze Zauber dieser berühmten Kolonialstädte etwas! Nach Durango
übernachteten wir im kleinen Park El Tecuan und waren überrascht, dort Wapiti Hirsche
und sogar zwei Wölfe in einem grossen Gehege anzutreffen. Am nächsten Tag
genossen wir die spektakuläre, kurvenreiche, 200 km lange Panoramastrasse von
der 2500 m hohen Sierra hinunter auf Meeresebene bei Mazatlan. Als Alternative
gab es seit ein paar Wochen eine neue Autobahn mit vielen Brücken und Tunnels. Gerade
deshalb hatte es auf der alten Strasse fast keinen Verkehr mehr. Genau an
diesem Tag verzogen sich die dunklen Wolken und die Sicht in die tiefen Täler und
bewaldeten Bergketten wurde phänomenal.
Einmal
mehr kamen wir an die Pazifikküste. 75 km nördlich von Mazatlan fanden wir den
ruhigen Camping Celestino RV Resort. Täglich
trafen nur vereinzelte Wohnmobilreisende aus Kanada ein, die einen kurzen Zwischenstopp
auf ihrer Reise in den wärmeren Süden von Mexiko machten. Die Frage stellte
sich immer wieder: Warum trifft man fast keine Reisende mehr aus der USA an? Anscheinend
rät die Regierung ihren Landsleuten eindringlich vor Reisen nach Mexiko ab. Vor
einigen Jahren seien die zahlreichen RV Trailerparks bis zum letzten Platz
besetzt gewesen. Wir haben aber bis jetzt keine Touristen angetroffen, die
konkrete Sicherheitsprobleme in Mexiko hatten. Allerdings gibt es schwere Auseinandersetzungen
mit Todesopfern zwischen aggressiven Drogenbanden, vor allem im Grenzgebiet zu
den USA.
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Donnerstag, 19. Dezember 2013
Warmes und glasklares Wasser geniessen
Mit
einem guten Tipp auf dem Blog von anderen Reisenden, welcher in keinem
Reiseführer steht, machten wir uns auf den Weg zu den Grutas Tolantongo www.grutastolantongo.com.mx. Als
wir am Sonntagabend in den tiefen Canyon hinunterfuhren, kamen uns die
einheimischen Wochenendbesucher entgegen. Was wir am ruhigen Montagmorgen dann
entdeckten, machte uns fast sprachlos. Am hinteren Ende des Canyons sprudelte mindestens
35-grädiges, türkisfarbiges Wasser aus dem Berg über die Felsen und sammelte
sich zu einem ansehnlichen Fluss. Das Ferienzentrum mit Hotel, Cabañas und
einem grossen Camping am Flussufer stellt eine attraktive und saubere Infrastruktur
zur Verfügung. Unter der Woche waren wir fast alleine. Das Baden im Fluss mit
den Wasserschnellen ersetzen jeden Whirlpool – ist aber Natur pur! Das ist noch nicht alles: Nach einer
halbstündigen Wanderung den Hang hinauf erreicht man die etwa vierzig Pozas.
Auch hier fliesst das Thermalwasser aus dem steilen Hang und füllt die zahlreichen
Bäder. Ein Riesengenuss - nach fünf Tagen waren wir um Jahre verjüngt und
sämtliche Wehwehchen waren verschwunden!
Bevor
die nächsten Wochenendbesucher auftauchten, verliessen wir Tolantongo und
fuhren die abwechslungsreiche Strasse (Ruta 85) Richtung Ciudad Valles. Wir
übernachteten wieder einmal bei einer Pemex-Tankstelle und machten am nächsten
Tag einen Abstecher nach Xilitla. Hier baute ab 1945 der reiche Engländer
Eduard James im dichten Urwald einen monumentalen surrealistischen Skulpturengarten.
Zeitweise beschäftigte er vierzig einheimische Arbeiter. Es entstanden immer
grössere und verrücktere Monumente, von denen aber viele nie fertig gebaut
wurden. Mit fünf Millionen Dollar kann man auch dümmeres machen, er hat
immerhin mit seinem vielen Geld Wirtschaftsentwicklung in dieser Region
betrieben.
Nächster
Halt war beim Wasserfall Salto Micos. Auch hier wieder viel klares Wasser und
die Möglichkeit, direkt am Ufer zu campieren. Ausserhalb der Stadt Rio Verde
gelangten wir später zum Lago Media Luna. Das warme Wasser war glasklar, wie
wir es noch selten gesehen haben. Überraschenderweise veränderte sich das
Wetter plötzlich: Bedeckter Himmel, merklich kühler und es setzte sogar
Nieselregen ein. Gemäss Zeitung handelte es sich um den „Frio 16“. Unter dieser
Bezeichnung gibt es zwischen November und März in Mexiko rund vierzig kurze
Kälteperioden. In Kanada und den USA ist in dieser Zeit bekanntlich Winter und Kaltströmungen aus dem
Norden beeinflussen das Klima in Mexiko. Je nach Höhenlage kann es deshalb empfindlich
kalt werden. Von den Meteorologen werden diese Kälteperioden als „Frios“ durchnummeriert.
Nach
einem Stadtbummel durch die Hauptstadt vom gleichnamigen Bundesstaat San Luis
Potosí zog es uns südwärts. Als Schweizer ist ein Halt in der Stadt Dolores
Hidalgo Pflicht: Vergleichbar mit dem Wilhelm Tell lehnte sich der Pfarrer
Miguel Hidalgo anfangs des 19. Jahrhunderts gegen die Spanier auf, die damals Mexiko
regierten. Am 16. September 1810 stiess der Nationalheld Hidalgo den „Grito“
aus, den Schrei nach Unabhängigkeit, und startete den Kampf für die Freiheit
Mexikos. Er und seine Mitstreiter wurden zwar geköpft, aber der Freiheitskampf
war nicht mehr aufzuhalten. Am 16.
September feiert Mexiko deshalb ihren Nationalfeiertag, und der beginnt jeweils
am Vorabend mit dem Schrei: Vivo Mexico!
Weihnachtsstimmung
herrschte auch in Mexiko. Auf den Plazas standen riesige Weihnachtsbäume. Sogar
Weihnachtsmänner auf Schlitten mit Rentieren schmückten die Verkaufsläden,
obwohl die Leute hier noch nie Schnee gesehen haben. Wir wollten die Festtage
mit anderen Reiselustigen aus verschiedenen Ländern in San Miguel de Allende
verbringen. Der Camping befand sich in unmittelbarer Nähe der schönen Altstadt.
In dieser Stadt leben viele US-Amerikaner und Kanadier, die in diesem
angenehmen Klima den Winter verbringen. Kein
Wunder gibt es in San Miguel de Allende so viele Delikatessengeschäfte – da gab
es auch für uns viele Köstlichkeiten, die man sonst in diesen Ländern kaum findet.
Bilder
Aus Mexiko wünschen wir
euch allen eine schöne Weihnachtszeit und schon jetzt viel Freude, Glück und gute
Gesundheit im nächsten Jahr 2014.
Feliz
Navidad y un Próspero Año Nuevo
Joyeux
Noël et une Bonne Année
Merry
Christmas and a Happy New Year
Donnerstag, 21. November 2013
Weiter bergwärts in Mexiko
Den
bekanntesten Berg Mexikos, den aktiven Vulkan Popocatépetl (5452 m), war bis
jetzt immer hinter Wolken versteckt. Ihn wollten wir nicht verpassen.
Allerdings darf man ihn seit zehn Jahren nicht mehr besteigen. Wir machten
einen grossen Bogen um Mexiko City und fuhren via Toluca, Cuernavaca und Cautla
auf den Paso de Cortés (3690 m). Dieser liegt schön zwischen Popocatépetl und
Itztaccíhuatl, den zweit- und dritthöchsten Gipfeln Mexikos. Vier Tage genossen
wir die herrliche Landschaft und unternahmen ausgiebige Wanderungen auf schönen
Wegen durch Föhrenwälder. Speziell am Morgen war die Sicht auf die beiden
Gipfel phänomenal, am Nachmittag versteckten sie sich meistens hinter Wolken.
In der Nacht wurde es frostig kalt, was auf dieser Höhe aber nicht
verwunderlich ist.
Bilder
Auf
dem Camping in Cholula bei Puebla trafen wir Max und Tanja mit ihren zwei
kleinen Kindern. Sie sind mit dem Wohnmobil Richtung Süden unterwegs. Max ist
ein richtiger Outdoorfreak. Und so kam bald die Idee auf, Max und Franz könnten
den Pico de Orizaba besteigen. Sie wählten den Aufstieg von Süden her und wir
fuhren mit unseren Wohnmobilen auf einer rauen Piste bis auf 4500 m. Plötzlich
war Schluss! Zum Glück hatte Max ein gutes Abschleppseil und konnte so unser
abgerutschtes Fahrzeug wieder auf soliden Boden ziehen. Weiter unten fanden wir
einen geeigneteren Ort für das Basislager. In der Nacht stürmte es heftig. Doch
am nächsten Nachmittag stiegen sie zur Schutzhütte auf ca. 4600 m auf. Frühmorgens
um 3.30 Uhr ging's los, der Wind hatte inzwischen nachgelassen. Der Aufstieg
über ein langes, steiles Schneefeld verlief problemlos (von der dünnen Luft
abgesehen!). Um acht Uhr waren sie auf dem höchsten Gipfel Mexikos auf 5611 m.
Leider war dann der Gipfelkrater in den Wolken und es windete wieder sehr
stark. Am Mittag waren sie wieder unten im Basislager. Von Zeit zu Zeit muss
halt eine solche Herausforderung sein...
Anschliessend pausierten wir beim Ferienzentrum Malintzi
am Fuss des schlafenden Vulkans La Malinche. Auch hier wanderten wir durch imposante
Föhrenwälder Richtung Gipfel, aber ohne ihn zu besteigen. Zurück in Cholula
stellten wir fest, dass die Reisezeit anscheinend begonnen hat. Zuerst traf
„Das rollende Hotel“ (www.rotel.de) mit 25 älteren Touristen aus Deutschland
ein. Ein interessantes Reisekonzept: Im vorderen Teil befindet sich der
Reisebus, hinten die individuellen Schlafkabinen, die Küche wird ausgefahren
und gekocht und gegessen wird unter freiem Himmel. Auch das erste
Luxus-Wohnmobil aus Kanada traf ein – mehr als doppelt so lang wie unser
Fahrzeug. Beidseits können an mehreren Stellen die Seitenwände ausgefahren
werden und es entsteht ein fast vier Meter breiter Wohnraum. Stadt- und
Passfahrten dürften damit etwas schwieriger sein. Aber jedem Reisenden das seine…Bilder
Mittwoch, 30. Oktober 2013
Vom Pazifik zurück in die Berge
Beim Isthmus von Tehuantepec, der schmälsten Stelle von
Mexiko, wechselten wir innerhalb eines halben Tages von der Golf- an die
Pazifikküste. In den anschliessenden drei Wochen genossen wir ein paar der
schönsten Strände Mexikos: Zipolite, Puerto Escondido, Acapulco. Auch wenn wir
selbst keine Wellensurfer sind, war allein das tagelange Zuschauen an der
legendären Mexican Pipeline in Puerto Escondido ein Genuss. Zum Schwimmen sind
diese riesigen Wellen aber zu gefährlich. Zum Glück fanden wir in der Nähe eine
geschützte Bucht mit kleinem Strand. Nebst dem Strandtourismus gibt es auch einige
wertvolle Umweltschutzprojekte, zum Beispiel in La Ventanilla eine Brutstation
für Krokodile und in Mazunte das Mexikanische Schildkrötenzentrum.
Video: Surfen
in Puerto Escondido
Acapulco ist nicht mehr die bekannte Partystadt oder
Perle am Pazifik von früher. Hohe Kriminalität, Probleme mit Abfall- und
Abwasserbeseitigung sind nur einige Stichwörter. Ein Umweg über Acapulco hätte sich
kaum gelohnt. Aber da wir schon einmal da waren, wollten wir mindestens die
bekannten Klippenspringer sehen. Und nachher begann es tagelang wie aus Kübeln
zu regnen und es gab Alarm wegen Hurrikan „Raymond“. Doch alles verlief relativ
glimpflich. Die Gegend von Acapulco wurde bereits ein Monat früher vom Hurrikan
„Manuel“ schwer getroffen.
Video:
Klippenspringer in Acapulco
Genug vom feuchtheissen Klima an der Küste, fuhren wir
nach Taxco, in die Berge des Bundesstaates Guerrero. In der auf einem steilen
Hang liegenden, von Bergen und Felsen umgebenen Kolonialstadt gab es früher unglaublich
reiche Silbervorkommen. Silber selbst wird heute nicht mehr abgebaut, aber in
Taxco wimmelt es von Silbergeschäften. Franz wollte aber trotzdem kein
günstiges Silberhalsketteli! Ganz in der Nähe stiegen wir in die
beeindruckenden Cacahuamilpa-Höhlen, bis zu 82 m hoch und 2 km lang, voller
atemberaubender Stalaktiten und Stalagmiten. Mit grosser Fantasie wies uns die
Führerin auf auffällige Formen im Gestein hin (Weihnachtsmann, Elefant,
Indianer, Liebespaar usw.).
In Valle de Bravo trafen wir rechtzeitig zum Festival de
las Almas ein. Während einer Woche traten jeden Abend nationale und
internationale Musiker und Tanzgruppen auf. Die Bühnen befanden sich mitten in
der hübschen Kolonialstadt und der Zutritt zu allen Aufführungen war gratis.
Für uns eine Supergelegenheit, die mexikanische Kultur zu geniessen. Unser
Stellplatz befand sich an einem reizvollen Stausee und wir packten unser Kajak
wieder einmal aus. Vor dem Frühstück eine Ausfahrt auf dem spiegelglatten See –
ein Genuss. Und… hier trafen wir nach fast zwei Monaten die ersten Reisenden
mit Wohnmobil an, zwei junge Paare aus Argentinien!
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