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Donnerstag, 8. Mai 2014

Weisse Berge und grüne Täler in Colorado

Colorado lag eigentlich nicht an unserer vorgesehenen Reiseroute nach Norden. Aber in der Baja California, Mexiko, trafen wir vor einigen Monaten die vielgereisten Berner Marianne und Karl einerseits und den Amerikaner Ace Brown andererseits. Sie überzeugten uns, Colorado ja nicht auszulassen. Und wirklich, wir hätten Ende April/Anfang Mai viel verpasst: über dreitausend Meter hohe, verschneite Passübergänge und noch höhere Berge, Frühling in den Tälern, rauschende Wildbäche, eine naturliebende Bevölkerung mit allen Sportarten beschäftigt, verlassene Goldminen, noch ruhige Campgrounds und Wildtiere auf Futtersuche am Strassenrand. Irrtümlicherweise löschten wir die Fotos von Bighorns, Mule Deers, Groundhogs, Biber usw. – Shit happens, auch bei uns!

In Breckenridge unternahmen Marianne und Karl schöne Skitouren und Abfahrten als Abschluss ihrer halbjährigen Reise. Wir durften unser Wohnmobil vor ihrer Ferienwohnung stationieren und genossen zusammen einige Tage mit feinem Essen, Spaziergängen, Hot Tub, Sauna und spannenden Diskussionen – merci viumau!
Wir besuchten auch Ace in Cedaredge. Er arbeitete in verschiedenen Staaten der USA und ist nun als Siebzigjähriger oft mit seinem Offroad-Toyota mit Campinganhänger inklusive Mountainbike, Ski und Kajak unterwegs. Und natürlich, wie üblicherweise alle Amerikaner, hat er immer eine Schusswaffe dabei. Er wusste auch, dass jeder Schweizer anscheinend ein Gewehr zu Hause hat - na ja! Von ihm erhielten wir viele gute Hinweise für die Weiterreise. Unter anderem besuchten wir noch den eindrücklichen Dinosaurier State Park mit Museum.
Ein gutgemeinter Tipp von einem Autoersatzteileverkäufer veranlasste uns, den Umweg zum Yellowstone Park über Salt Lake City (SLC) zu fahren. Doch das spezielle Getriebeöl für unseren Sprinter fanden wir auch in SLC nicht. Den hektischen Verkehr von SLC liessen wir rasch hinter uns und retteten uns auf die ruhige Antelope Island im Grossen Salzsee. Das 25%ige Salzwasser eignete sich allerdings schlecht zum Baden. Erstaunlich waren das Antreffen der zahlreichen Vögel, Wildhasen, Pronghorn Antelopen und eine wildlebende Bisonherde auf dieser Insel.
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Sonntag, 27. April 2014

Millionen Jahre Erosionen im Südwesten der USA

Wasser, Wind und gewaltige Erdverschiebungen haben über Millionen von Jahren die eindrücklichsten Gesteinsformationen und tiefe Canyons hinterlassen. Millionen von Touristen besuchen deshalb jedes Jahr den Südwesten der USA. Alles lässt sich in unzähligen Reiseführern nachlesen und in Bildbändern bestaunen – da gibt es fast nichts mehr anzufügen. Und trotzdem, man muss es selbst gesehen haben! Auch wir liessen uns auf einer spannenden Tour durch folgende National- und Stateparks begeistern: Valley of Fire, Grand Canyon, Page/Lake Powell, Paria Canyon, Kodachrome Basin, Bryce Canyon, Boulder, Capitol Reef, Canyonsland, Dead Horse Point, Arches/Moab, Natural Bridges, Valley of the Gods, Goosenecks Park, Monument Valley. …und auch wir haben hunderte von Fotos gemacht – nachfolgend eine kleine Auswahl.
 
Das Aprilwetter auf der anschliessenden Fahrt nach Colorado schloss die reiche Farbpallette der letzten drei Wochen mit flächendeckendem Weiss ab!

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Samstag, 5. April 2014

Unterwegs in Kalifornien

In den letzten drei Wochen entdeckten wir die Vielfalt von Kalifornien. Vier Tage genossen wir gleich zweimal die angeblich schönsten 100 Meilen des Coastal Highway 1 von Monteray nach San Simeon – einmal von Norden nach Süden und dann gleich wieder zurück von Süden nach Norden. An unzähligen Aussichtspunkten konnten wir die Pazifikküste, Tiere und Pflanzen in Frühlingsstimmung bestaunen.  

Nicht mehr ganz so ruhig erlebten wir den Verkehr in und um San Francisco. Die Autobahnen und Brücken sind alle vier- bis sechsspurig und die Automobilisten sind sehr rassig unterwegs. Das Highlight von San Francisco – die Golden Gate Bridge – überquerten wir einmal zu Fuss und drei Tage später auch noch mit unserem Wohnmobil. Der berüchtigte Nebel blieb glücklicherweise aus. Anschliessend machten wir einen Halt in Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Der Schweizer Johannes (John) August Sutter gründete 1838 am Sacramento River Neu-Helvetien. Zehn Jahre später begann auf seinem Land der Goldrausch, der ihm persönlich aber nicht den erhofften Reichtum brachte. Aber immerhin weisen das Sutter Fort, die Sutter Avenue, Sutter School, Sutter Hospital, Sutter Creek auf seine Bedeutung als Stadtgründer hin.

Bei der Überquerung der Sierra Nevada schneite es, aber die Schneeketten mussten wir immerhin nicht montieren! Weniger hektisch und auf abwechslungsreicher Strasse fuhren wir langsam vom Lake Tahoe nach Süden. Gründe für Stopps gab es viele, zum Beispiel die Tuffsteine im weltgrössten Kratersee Mono Lake, der zweimal salziger als der Ozean und sehr alkalisch ist. Oder die Felsbögen der Alabama Hills, die als Kulisse für viele Westernfilme dienten. Hauptziel war aber schliesslich das Death Valley. Eigentlich erwarteten wir dort die grosse Hitze und das ganze Tal staubtrocken. Deshalb besorgten wir uns vorsorglich die empfohlenen Gallonen Trinkwasser. Bei der Übernachtung auf dem Mahogany Flat Campground auf 2500 m Höhe sank das Thermometer allerdings unter den Gefrierpunkt. Bei der Besteigung des Wildrose Peak waren wir froh um Mütze und Handschuhe. Erst unten in den Senkungen des Death Valley, welche bis zu 85.5 m unter dem Meeresspiegel liegen, war es angenehme 20 bis 25 Grad warm. Im Sommer steigen die Temperaturen anscheinend bis auf 50 Grad Celsius. Touristische Hauptsaison herrscht deshalb im März/April bei diesem angenehmen Klima, wenn viele Pflanzen blühen. Zudem gibt es verschiedenartige Canyons, die man zu Fuss oder mit dem Auto entdecken kann, Sanddünen, Salzseen, Geisterstätten und Museen. Für uns war das Death Valley überhaupt kein „totes Tal“ und beschäftigte uns fünf Tage lang!

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Sonntag, 16. März 2014

Erste USA-Eindrücke in Kalifornien

Schon kurz nach der Grenze fiel uns auf: Gepflegte Häuser und Strassen, informative Strassenschilder, weisse Zäune, die bekannten Postboxen bei jedem Haus, kein Müll am Strassenrand. Schluss mit dem metrischen System, dafür: mile, foot/feet, inch, pound, gallon, pint, ounce. In den Parks war alles detailliert beschriftet – zum Beispiel, dass man in der Wüste eine Gallone Trinkwasser pro Person (3,80 Liter) auf einen Tagestripp mitnehmen soll! Die Registrierung in den Campgrounds erledigt man selbst, steckt die verlangten Dollars in ein Kuvert und wirft dieses in die vorhandene Kassette -  enjoy your stay! Überall begegneten wir hilfsbereiten und sehr freundlichen Amerikanern. 

Video: Unser kleines Wohnmobil zwischen riesigen Sequoia Bäumen…



Wir folgten zuerst einigen Hauptattraktionen des Westens der USA: die Nationalparks Anza Borrego, Joshua Tree, Sequoia und Yosemite. Schon beim ersten Park kauften wir für achtzig Dollar den Jahrespass für den freien Zugang zu allen Nationalparks der USA. Jeder Park ist einzigartig und geprägt durch seine Naturschönheiten. Voller Tatendrang benutzten wir die vielfältigen Wandermöglichkeiten: durch blühende Wüstenpflanzen, über eigenwillige Felsenformationen mit Joshua Bäumen (Yucca), zwischen riesigen Sequoia Bäumen und bei schönstem Frühlingswetter im herrlichen Yosemite Valley mit den vielen Wasserfällen. Allerdings waren einige Wege und Strassen in höheren Lagen infolge Schnee noch geschlossen und nachts sank das Thermometer gegen null Grad Celsius. Trotzdem begegneten wir schon zahlreichen Parkbesuchern. Anscheinend seien diese Parks im Sommer völlig überlaufen und ein freier Campingplatz finde nur noch, wer frühzeitig reserviert habe. 
 
 

Donnerstag, 27. Februar 2014

Baja California – auf der langen Halbinsel Richtung USA

Will man die zweitgrösste Halbinsel der Welt in ganzer Länge erleben, muss man von La Paz zuerst 220 km südwärts nach Cabo San Lucas fahren und von hier sind es dann offiziell 1714 km bis zur USA-Grenze. Da trafen wir viele Kanadier und Amerikaner, die ihren kalten Winter lieber im Süden verbringen, entweder in der Luxusvilla, mobil im riesigen Motorhome oder auch viel einfacher im alten VW-Bus – alle sind vertreten. Entsprechend hört man vor allem Englisch, dafür weniger Spanisch. Grundsätzlich herrscht Ferienstimmung auf der Baja. Wir haben viele interessante Reisende mit Wohnmobilen aus anderen Ländern getroffen. Unter anderen den Franzosen Marc Parez, der seit sieben Jahren mit seinem gelben Renault 4x4 Expeditionsfahrzeug unterwegs ist. Die wunderbaren, einsamen Strände laden zum freien Campieren ein. In keinem anderen Land war das für uns bis jetzt in dieser Form möglich. Ausgiebig haben wir die letzten Wochen genossen: Baden, mit Marc auf Kajaktouren einem Schwarm Delfine begegnen, Seehunde beobachten, frische Fische und Muscheln geniessen. Und wieder einmal an nächtlichen Lagerfeuern die Welt in allen Sprachen verbessern!.. 

Die Walbeobachtung zwischen Januar und März ist ein weiterer touristischer Anziehungspunkt. Die Wale kommen zum Kalben von Alaska in die wärmeren Gewässer von einigen Buchten der Baja California. Wir entschiedenen uns für die Bucht hinter den Dünen von Puerto López Mateos. Schon nach kurzer Bootsfahrt trafen wir auf einen riesigen Grauwal mit ihrem Jungen. Interessiert näherten sich beide dem Boot und liessen sich sogar berühren – ein eindrückliches Erlebnis. 

Die zahlreichen Missionskirchen in Baja haben eine fragwürdige Geschichte. Sie wurden im 17. Jahrhundert von Missionaren errichtet und sollten den Indigenen eigentlich das Seelenheil bringen. Stattdessen schleppten sie von Europa Krankheiten ein. Die Bevölkerungszahlen gingen in der Folge zurück, die Missionen wurden aufgegeben und stehen heute teilweise im Niemandsland. Einige Kirchen wurden restauriert und dienen heute touristischen Zwecken.  

Bei Cataviña, mitten in der Wildnis der nördlichen Baja, war es schöner als erwartet. Wir stiessen auf eine Vielzahl von riesigen, noch nie gesehenen Kakteen und den hier heimischen Cirio-Bäumen. In dieser Gegend fällt manchmal jahrelang kein Tropfen Regen und wir bewunderten die aussergewöhnliche Vegetation in dieser steinigen Landschaft.

Die letzten Tage auf der Baja California verbrachten wir buchstäblich auf dem Höhepunkt der langen Halbinsel. Von Meereshöhe fuhren wir auf der sehr kurvenreichen, geteerten 99,7 km langen Strasse zum Nationalpark San Pedro Mártir, der 2500 m höher liegt. Nach der Durchquerung der kargen Wüstenlandschaft staunten wir über die hohen Nadelbäume in diesem Park. Der Campingplatz lag mitten im Wald und auf zahlreichen Wegen konnten wir zu Fuss die Gegend erkunden und eine fantastische Sicht geniessen. Am Ende der Strasse liegt Mexikos staatliches Observatorium. Von hier reichte der Blick einerseits bis zur Pazifikküste und auf der anderen Seite bis zum Golf von Kalifornien.  

Kurz vor der Grenze in Ensenada liess Brigitte noch eine verlorene Zahnfüllung ersetzen. Ohne vorher einen Termin abgemacht zu haben, erledigte die Zahnärztin den Schaden unverzüglich und verlangte nur 500 Pesos (35 Franken). Ein weiteres Erfolgserlebnis: Bei Mercedes-Benz in Tijuana fanden wir den besten Automechaniker Mexikos! David löste unser Problem mit der 4x4-Zuschaltung, in dem er mit Hilfe des Diagnosegerätes ein defektes Stromkabel fand und dieses sofort kompetent ersetzte. Damit ging unsere Mexikoreise, die fast ein Jahr gedauert hatte, in jeder Hinsicht erfolgreich zu Ende. Heute, am 27. Februar 2014 reisten wir beim Grenzübergang Tecate ohne Schwierigkeiten in die USA ein.

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Mittwoch, 15. Januar 2014

Mit dem Chepe in die Barrancas del Cobre

Schweizer sind sich ja an Bahnfahren gewohnt! Die Fahrt mit dem „Chepe“ von der Pazifikküste nach Chihuahua im Innern von Nordmexiko gilt als letzte und schönste Bahnstrecke in Mexiko. Wir wollten dies mit eigenen Augen sehen. In einer 8-stündigen Fahrt  ab El Fuerte bewältigten wir fast die Hälfte der 656 km langen Strecke und erreichten dann Creel, wo wir zweimal übernachteten und zwei geführte Touren in die Umgebung unternahmen. Dieser Teil der Strecke bot eine fantastische Fahrt durch einfache Siedlungen und der Zug mit drei Lokomotiven schlängelte sich stundenlang die Schluchten hinauf bis auf 2400 m. Ausländische Touristen waren in der Minderheit. Die Bahnlinie ist die Hauptverbindungsroute zwischen Chihuahua und der Küste und wird intensiv für den Güterverkehr und einmal täglich für den Personenverkehr genutzt. Wir waren überrascht wie ruhig und organisiert alles ablief. Die Bahntickets kauft man im Zug und die Plätze werden einem zugewiesen – keine Hektik, kein Drängeln! Für jeden Bahnwagon ist ein Zugbegleiter zuständig. Das WC ist auch nach stundenlanger Fahrt immer noch sauber. Dass man nicht vergisst, dass man in Mexiko ist, zirkulieren regelmässig mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten durch den Zug und bewachen ihn bei Haltestellen. Allerdings bei der Pünktlichkeit gewinnen die Schweizer, aber hier meckerte auch nach einer Stunde Verspätung niemand!

In Divisadero hielt der Zug zwanzig Minuten und man konnte von hier den ersten Eindruck von der tiefen Kupferschlucht (Barrancas del Cobre oder Copper Canyon) erhaschen. Es gibt aber keine Kupferminen hier, der Name rührt von  einem Missverständnis der Spanier her, die den von Flechten verursachten grünlichen Schimmer für Kupfer hielten. Bei jedem Halt verkauften die indigenen Tarahumara Frauen und Kinder wunderschöne handgeflochtene Körbchen, Textilarbeiten und Holzschnitzereien zu sehr günstigen Preisen. Auch einheimische Verpflegung wurde angeboten. In der Nähe entstand kürzlich ein Abenteuerpark mit dem längsten Zip-Line-Netz und sogar einer Luftseilbahn über einen Teil der Canyons. Da der attraktivste Teil der Strecke nur bis Creel führt, kehrten wir total zufrieden am dritten Tag wieder mit dem „Chepe“ zurück nach El Fuerte. Unser Wohnmobil konnten wir während unserem Bahnerlebnis gleich gegenüber der Bahnstation im Hinterhof bei einer älteren Frau parkieren. In der nächsten Nacht brachte uns die TMC-Ferry von Topolobampo nach La Paz auf die Halbinsel Baja California.

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Sonntag, 5. Januar 2014

Vom zentralen Hochland zur Pazifikküste

San Miguel de Allende war für uns ein Glücksfall. Weihnachten wollten wir nämlich nicht alleine verbringen. Gleichzeitig trafen Doris und Torsten aus Deutschland und Fränzi und Richi aus der Schweiz ein. Wenig später stiessen Madeleine und Ralf (Schweiz/Deutschland) dazu. Die einen kamen von Norden, die anderen von Süden. Niemand hat sich zuvor getroffen oder gekannt. Da gab es viel zu diskutieren und Reiseerfahrungen auszutauschen. Die Stimmung war so friedlich, dass niemand weiterreiste und alle zusammen Weihnachten in SMA feiern wollten. Noch dauerte es aber einige Tage. Da wurden noch Öl-, Filter- und Radwechsel sowie kleinere Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen erledigt. Die Frauen motivierten sich gegenseitig zum Stricken. Und spätestens zum Apéro waren alle acht wieder zusammen. Bis Weihnachten trafen weitere Reisende aus Deutschland, Frankreich, Niederlanden, USA und Kanada ein. Für das Weihnachtsessen am 24. Dezember brachten alle etwas Feines für das gemeinsame Buffet mit. Das Spektrum von Älplermaccaroni mit Apfelmus, Lasagne, mexikanische Ziegenkäse und weitere lokale Spezialitäten bis zum französischen Schokoladenkuchen (selbstgebacken von Marc)  war eindrücklich und lecker. Und sozusagen zum Abschluss der Feierlichkeiten grillierten wir am Weihnachtstag ein zünftiges Rindsfilet für unsere kleine Gruppe. Schon bald trennten sich unsere Wege für unterschiedliche Reiseziele, aber Weihnachten in San Miguel de Allende wird uns allen in bester Erinnerung bleiben.

Unser nächstes Ziel war Mazatlan an der Pazifikküste. Wir entschieden uns für die Strecke, an der die reichen Silberminenstädte Guanajuato und Zacatecas liegen. Für die Erkundung dieser von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Städte wendeten wir je zwei Tage auf. Bedenkt man aber, dass der ganze Prunk der Silberpaläste und das opulente Leben der spanischen Silberbarone nur durch die Ausbeutung der indigenen Sklaven und Tagelöhner möglich war, relativierte sich für uns der ganze Zauber dieser berühmten Kolonialstädte etwas! Nach Durango übernachteten wir im kleinen Park El Tecuan und waren überrascht, dort Wapiti Hirsche und sogar zwei Wölfe in einem grossen Gehege anzutreffen. Am nächsten Tag genossen wir die spektakuläre, kurvenreiche, 200 km lange Panoramastrasse von der 2500 m hohen Sierra hinunter auf Meeresebene bei Mazatlan. Als Alternative gab es seit ein paar Wochen eine neue Autobahn mit vielen Brücken und Tunnels. Gerade deshalb hatte es auf der alten Strasse fast keinen Verkehr mehr. Genau an diesem Tag verzogen sich die dunklen Wolken und die Sicht in die tiefen Täler und bewaldeten Bergketten wurde phänomenal.
Einmal mehr kamen wir an die Pazifikküste. 75 km nördlich von Mazatlan fanden wir den ruhigen Camping Celestino RV  Resort. Täglich trafen nur vereinzelte Wohnmobilreisende aus Kanada ein, die einen kurzen Zwischenstopp auf ihrer Reise in den wärmeren Süden von Mexiko machten. Die Frage stellte sich immer wieder: Warum trifft man fast keine Reisende mehr aus der USA an? Anscheinend rät die Regierung ihren Landsleuten eindringlich vor Reisen nach Mexiko ab. Vor einigen Jahren seien die zahlreichen RV Trailerparks bis zum letzten Platz besetzt gewesen. Wir haben aber bis jetzt keine Touristen angetroffen, die konkrete Sicherheitsprobleme in Mexiko hatten. Allerdings gibt es schwere Auseinandersetzungen mit Todesopfern zwischen aggressiven Drogenbanden, vor allem im Grenzgebiet zu den USA.
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