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Sonntag, 3. Juni 2012

Sévérine – zu Dritt in Peru

Wir freuten uns sehr auf die Ankunft unserer Tochter Sévérine. Nach ihrem langen Flug via Amsterdam und einer Übernachtung in Lima empfingen wir sie am 14. Mai auf dem Flughafen in Arequipa. Nach mehr als einem Jahr feierten wir das erste Wiedersehen auf dem Camping des Hostals Las Mercedes. Die attraktive Stadt auf 2350 Meter über Meer war der ideale Standort, damit sich Sévérine langsam an die Höhe und eine neue Kultur akklimatisieren konnte.

Nach einigen Tagen ging’s zuerst nach Chivay, dem Ausgangspunkt für den Colca Canyon. Dank viel Coca-Tee bestand Sévérine den ersten Höhentest über den Patapampapass von 4800 m bestens. Im Thermalbad von Chivay erholten wir uns, bevor wir zum Cruz del Condor fuhren. Dort übernachteten wir in einer klaren und kalten Nacht im Wohnmobil auf dem Parkplatz. Am folgenden Morgen waren wir die Ersten am östlichen Beobachtungspunkt. Nach längerem Warten stiegen ein paar Kondore aber im Westen des Canyons auf! Das Spektakel vom letzten Jahr, als wir zum ersten Mal hier waren, hielt sich leider in Grenzen.

Nächstes Ziel waren die Grabtürme von Sillustani und die schwimmenden Inseln im Titicacasee bei Puno. Anschliessend fuhren wir nach Cusco – der Hauptstadt des ehemaligen Inkareiches. Es fiel uns auf, dass die Landschaft nach der Regenzeit im Sommer viel grüner war als im letzten August. Sévérine machte sich allein auf den Weg zum Machu Picchu. Tief beeindruckt kam sie zurück und genoss mit uns einige Tage auf dem Camping Quinta Lala. Dazu gehörte auch ein BBQ mit feinstem Alpaca- und Rindfleisch. Spannend war für sie auch der Kontakt zu anderen Langzeitreisenden.

Eigentlich war vorgesehen, dass wir mit Sévérine nach Lima fahren, wo sie am ersten Juni ihren Rückflug in die Schweiz hatte. Kurz entschlossen entschieden wir uns für eine Tour in den südperuanischen Dschungel. Auf einer neu asphaltierten Strasse von rund 500 km erreichten wir nach zwei Tagen das warme und feuchte Puerto Maldonado, das nur noch auf 200 m liegt. Dort erwartete uns Jhon, unser Urwaldführer, mit Yeni, der jungen Köchin und Hilmer, dem Bootsführer, für eine dreitägige Dschungeltour. Nach zehn Stunden Flussfahrt durch den Urwald erreichten wir das Basislager am Rio Pariamanú. Unterwegs gab es immer wieder interessante Beobachtungen wie Goldwäscher, Holztransporte per Boot, Kaimane, Schildkröten, Vögel und Schmetterlinge. Gekocht und gegessen wurde an Bord, geschlafen im Zelt und gewaschen im Fluss – Natur pur! Der Höhepunkt waren die vielen Papageien, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten. Jhon wusste auch sonst viel Interessantes über Tiere und Pflanzen zu erklären. Wieder zurück in Puerto Maldonado erholten wir uns in der Anaconda Lodge. Hier machte Sévérine die Bekanntschaft mit einem anhänglichen jungen Brüllaffen. Viel zu schnell verging die schöne, gemeinsame Zeit mit Sévérine. Mit einem Inlandflug reiste sie via Cusco nach Lima und erreichte noch rechtzeitig ihren Rückflug heim nach Zürich.

Und wir reisen weiter auf der neuen Interoceanica Sur nach Brasilien. Wir versuchen auf dem Landweg nach Manaus zu fahren, um später sozusagen durch die Hintertüre nach Venezuela zu gelangen. Dort erwarten wir Ende August Barbara, unsere zweite Tochter, zu Besuch.

Montag, 14. Mai 2012

Sévérine – willkommen in Arequipa, Peru

Wir freuen uns sehr auf die Ankunft unser Tochter Sévérine. Zusammen werden wir bis am 1. Juni ein paar Highlights von Peru besuchen.

Und schon ist sie hier...







Samstag, 12. Mai 2012

Mit Tempo durch Nordchile

Auf dem Weg von Punta Arenas im tiefen Süden bis Santiago im Zentrum von Chile verweilten wir fünf Monate. Wir genossen diese abwechslungsreiche Strecke sehr: Feuerland, Patagonien, Regenwald, Insel Chiloé, Vulkan- und Seengebiet sowie die Weinbauregion. Einerseits besuchten wir einen Teil von Nordchile im Jahr bevor und andererseits erwartete uns Mitte Mai unsere Tochter Sévérine in Arequipa, Peru. Es blieben uns also noch zwei Wochen für rund 2‘500 km von Santiago bis Arequipa. Trotzdem nahmen wir und die Zeit für das Valle del Elqui, wo der chilenische Pisco hergestellt wird. Dank künstlicher Bewässerung und viel Sonne gedeihen die Piscotrauben hervorragend in dieser bizarren Landschaft aus Sand und steilen Berghängen.

Die Wüstenlandschaft im Norden ist geprägt durch viele Minenaktivitäten. Ideal ist das besondere Klima auch für die Beobachtung des Universums. Zahlreiche Observatorien sind deshalb hier zu finden. Wir besuchten das „European Large Telescope“ der Europäischen Organisation für Astronomie (ESO) in Paranal. Auch die Schweiz ist an diesen Teleskopen mit bis zu 8,2 Metern Durchmesser beteiligt. Im Internet konnten wir lesen, dass der Bundesrat kürzlich einen Kredit von 65 Millionen Schweizerfranken bewilligt hat, um das geplante Riesenteleskop der 40-Meter-Klasse mit zu realisieren. Dieses werde um Grössenordnungen leistungsfähiger sein als alle heute existierenden Teleskope der Welt. Die Anlage wird in der Nähe von Paranal auf dem Cerro Armazones in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut.

Sehenswert waren aber auch die schönen Städte wie Iquique und Arica. Zum Abschied in Chile fuhren wir zum Nationalpark Lauca hoch. Von Meereshöhe steigt die Strasse in einer atemberaubenden Landschaft auf die Passhöhe und den Grenzübergang zu Bolivien von fast 4700 Metern. Diese Strecke benutzen viele bolivianische Lastwagenfahrer, die Güter von Häfen an der Küste Chiles in ihr Land transportieren. Um nicht der Höhenkrankheit zu verfallen, legten wir vor dem Lauca Park einen zweitägigen Zwischenhalt in Putre ein. Auf der gleichen Strecke ging‘s anschliessend zurück nach Arica. Den Grenzübergang zu Peru kannten wir vom letzten Jahr. Alles verlief problemlos und die Peruaner hiessen uns willkommen. Bis nach Arequipa begleitete uns weiterhin die Wüste in allen Farbtönen.

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Samstag, 28. April 2012

Der Pazifikküste entlang nach Santiago

Zügig fuhren wir vom Seengebiet auf der Autobahn nordwärts und erreichten in Cobquecura den Pazifik. Mit der zerklüfteten Küste mit den tosenden Wellen, Seehunden und Pelikanen präsentierte sich die Natur wieder von einer anderen Seite. Nicht nur das tosende Meer, sondern auch die Erinnerung und Spuren, welche das sehr starke Erdbeben vom 27. Februar 2010 mit anschliessendem Tsunami in dieser Region verursachte (Stärke 8,8 auf der Richterskala), liess uns an der Küste nicht so ruhig schlafen. Obwohl vieles schon wieder neu aufgebaut oder renoviert wurde, waren die Zerstörungen zwei Jahre später noch überall sichtbar.

Zwischen Meer und Anden erstrecken sich mehrere Weinanbaugebiete. Die Mehrheit aller international preisgekrönten chilenischen Weine stammt aus dem Valle de Colchagua. Unsere Durchfahrt fiel optimal in die Erntezeit. Im letzten Sommer regnete es sehr wenig und die Landschaft war extrem trocken und ausgebrannt. Aber für die Reben war es anscheinend ein hervorragendes Jahr und wird die schweren chilenischen Weine mit über 14 Volumenprozenten geben. Auf dem Weingut „Montgras“ bei Pallmilla degustierten wir einige dieser Spitzenweine.

Anschliessend ging es weiter in die Hauptstadt von Chile. Santiago ist eine Riesenstadt am Rande der Anden von gegen sechs Millionen Einwohnern - für unsere Bedürfnisse eher zu gross und zu hektisch. Aber drei Tage hielten wir es trotzdem aus und genossen wieder einmal das Stadtleben. Vom Cerro Santa Lucia sahen wir nicht einmal bis zum Stadtrand. Von besonderem Interesse war für uns der Mercado Central, wo die Chilenen ihre Wochenendeinkäufe tätigen.

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Mittwoch, 18. April 2012

Seen, Thermen, Araukarien und Vulkane

Zurück in Chile erwartete uns die Region „Siete Lagos“ in schönster Herbststimmung mit vielen Seen, Vulkanen und Thermen. Zum ersten Mal wanderten wir durch einen Araukarienwald. Bis zu 50 Meter ragten die Baumriesen in den Himmel, die weit über 1000 Jahre alt werden können. Im Sommer ist diese Gegend ein beliebtes Ferienziel. Jetzt im Herbst waren wir fast allein in den Nationalparks Villarica, Huerquehue und Conguillío unterwegs. Wo Vulkane tätig sind, gibt es meist auch viele Thermalbäder. Das Angebot in der Umgebung Villarica und Pucón ist sehr vielfältig: von der einfachen Naturtherme bis zum exklusiven Spa. Die einzigartige Thermalanlage „Termas Geométricas“ in einem engen Canyon gefiel uns ganz besonders. Rote Holzstege verbinden siebzehn weit auseinanderliege, mit Naturschiefer verkleidete Becken.

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Freitag, 6. April 2012

Zehn Tage in Argentinien

Nach zwei Monaten in Chile ging unsere Reise wieder nach Argentinien. Vorher machten wir einen Halt bei den Thermalquellen in Aguas Calientes und stiegen zum Vulkankrater Casablanca hinauf. An diesen Abhängen wird im Winter Ski gefahren. Bald wurden auch die Spuren des im letzten Jahr ausgebrochen, chilenischen Vulkans Puyehue sichtbar, oder genauer eines Vulkans im Bereich des Cordón Caulle. Bei schönstem Wetter wurde es plötzlich sehr trüb – aber nicht von der Feuchtigkeit, sondern von der aufgewirbelten Asche des immer noch aktiven Vulkans. In der Grenznähe zu Argentinien lag die Asche meterdick. Bedingt durch die heftigen Westwinde belastete die Asche nach dem Ausbruch am 4. Juni 2011 vor allem Argentinien. Inzwischen sind die Schäden aber in der Region von San Carlos de Bariloche fast verschwunden.

In der Nähe von Bariloche gibt es die Colonia Suiza, wo sich vor etwa hundert Jahren Walliser angesiedelt haben. Wir „echten“ Schweizer – Laura und Heiri stiessen wieder einmal zu uns – fühlten uns auf einem Camping dieser Colonia, beziehungsweise Dörfchen, fast ein bisschen wie zu Hause… Hier konnte man alles kaufen mit einem Schweizer Kreuz darauf. Die Gegend sah aus wie im Engadin: Berge, schöne Wälder mit riesigen Tannen und Föhren, Holzhäuser und -villen im Chaletstil, blaue Seen und glasklare Flüsse. Auf dem Stadtplatz von Bariloche spazierte sogar ein Bernhardiner Hund mit Fässchen um den Hals herum. Im Reiseführer wird die Region als „argentinische Schweiz“ bezeichnet.

Und weil‘s so schön war, fuhren wir auch nach El Bolson und an den Lago Puelo. Nach dem attraktiven Künstlermarkt in El Bolson gings auf dem gleichen Weg zurück nach Bariloche und dann weiter nördlich durch das Valle Traful zum hübschen Gebirgsstädtchen San Martin de los Andes. Entlang dem Lago Lacar folgten wir auf der Naturstrasse zum Zoll Hua Hum. Über den langen, schmalen, von dichtem Urwald umgebenen Lago Pirihueico verkehrt nur eine kleine Autofähre.

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Freitag, 23. März 2012

Deutsche und Schweizer in Chile

Mit einer weiteren Fähre verliessen wir Chiloé und fuhren anschliessend nach Puerto Montt. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen viele deutsche Auswanderer hierher und gründeten die Stadt. Auch in der nördlichen Umgebung um den Lago Llanquihue entdeckt man vieles, das an Mitteleuropa erinnert: Hügelige Gegend, Häuser mit spitzen Giebeln, Schindeldächern, Balkone und Blumengärtchen. Überall wird leckerer „Kuchen“ angeboten. Nicht zu übersehen ist der 2652 Meter hohe Vulkan Osorno: Kegelförmig mit einem Kragen aus Eis und Schnee. Dank Matthias aus der Schweiz konnten wir in Petrohué eine grosse, grillierte Forelle aus dem Lago Todos los Santos geniessen. In Osorno besuchten wir Eveline und Michael. Die Beiden aus St. Gallen  unterrichten an der Deutschen Schule und wir erfuhren beim gemütlichen Nachtessen viel Interessantes über die schweiz- und deutschstämmige Bevölkerung in dieser Region.

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