Wüste, Wüste, Wüste – der Weg zum Pazifik führte quer durch die Wüste. Die Atacamawüste beginnt in Peru und erstreckt sich gegen zweitausend Kilometer dem Pazifik entlang nach Chile. Sie gilt als eine der trockendsten Regionen der Welt. Die Wüste ist aber alles andere als eintönig: ockerfarbige Wüstenberge, schneebedeckte Vulkane in der Ferne und farbige Lagungen. Bedingt durch die reichen Bodenschätze wie Kupfer, Schwefel, Phosphate, Gold, Silber, Mangan und Lithium ist die Wüste auch für den Bergbau sehr interessant. Wo bewässert wird, entstehen sogar grüne, fruchtbare Oasen.
Beim Fischerhafen von Ilo standen wir zum ersten Mal im kalten, tiefblauen Pazifik. Wir folgten der Küste entlang und überquerten bald die Grenze nach Chile. Die vielen Nationalfahnen wehten nicht für uns, sondern anlässlich des Nationalfeiertages vom 18. September. Unsere nächsten Stationen waren Arica, Iquique und Mejillones. Diese Städte am Pazifik sind alle von der Wüste umgeben. Im Zentrum gibt es aber schöne, grüne Parkanlagen, die ständig bewässert werden. Nun verliessen wir die Pazifikküste und die Reise führte uns Richtung der schneebedeckten Anden zurück, nach San Pedro de Atacama – wieder 350 Kilometer durch die Wüste.
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Montag, 19. September 2011
Sonntag, 11. September 2011
Arequipa – zweitgrösste Stadt Perus
Im Park des Hostals Mercedes fanden wir, wenige Minuten Fussmarsch vom Stadtzentrum entfernt, einen idealen Stellplatz für einige Tage. Arequipa hat über eine Million Einwohner und liegt auf 2353 Meter über Meer, umgeben von den drei markanten, schneebedeckten Bergen Chachani (6075), Vulkan Misti (5821) und Pichu Pichu (5664). Es gibt kaum Hochhäuser, da die Stadt immer wieder von Erdbeben zerstört wurde. Heute präsentiert sich das Stadtzentrum sehr gepflegt. Das sehenswerte Dominikanerinnen-Kloster Santa Catalina ist eine eigentliche Stadt in der Stadt Arequipa. Hier richteten die aus Familien reicher Spanier stammenden Nonnen im 16. bis 18. Jahrhundert private Zimmer ein, hielten sogar Dienstmädchen und pflegten einen relativ gehobenen Lebensstandard. Aber 1871 war es mit den Privilegien vorbei und das Kloster wurde „normalisiert“!
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Samstag, 3. September 2011
Kondore im Colca Canyon
Über eine kaum zu endende Schotterstrasse über Yauri, Suycutambo, Silbayo und zwei Pässe von rund 4800 Metern erreichten wir nach zwei Tagen Chivay – die Ausgangsstation für den Colca Canyon. Zuerst erholten wir uns von der ruppigen Fahrt im Thermalbad Calera, wo wir auch gleich auf dem Parkplatz übernachten konnten.
Am nächsten Nachmittag fuhren wir durch den Colca Canyon zum Cruz del Condor (1200 Meter Gefälle bis zum Rio Colca). Im ersten Teil des Canyons werden die Hänge auf unzähligen Terassenanlagen bewirtschaftet. Und dann wird der Canyon immer tiefer und steiler. Er ist um einiges tiefer als der Grand Canyon in den USA. Ganz allein übernachteten wir mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz in der Nähe des Cruz del Condor. Unglaublich dieses Panorama mit dem Sonnenuntergang….
Ein knallblauer Himmel und Sonnenschein erwarteten uns am nächsten Morgen – ideales Flugwetter für Kondore! Und tatsächlich, um acht Uhr stiegen die ersten Kondore mit dem thermischen Aufwind aus dem tiefen Canyon auf. Später anreisende Touristen verpassten ein unglaubliches Ereignis. Die morgendliche Futtersuche der grössten Raubvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,20 Metern war nach zwei Stunden vorbei. Im Colca Canyon leben auch viele andere Tierarten und es blühen selbst im Winter farbenreiche Pflanzen. Zurück in Chivay genossen wir ein zweites Mal das Thermalbad, bevor wir nach Arequipa weiterreisten.
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Am nächsten Nachmittag fuhren wir durch den Colca Canyon zum Cruz del Condor (1200 Meter Gefälle bis zum Rio Colca). Im ersten Teil des Canyons werden die Hänge auf unzähligen Terassenanlagen bewirtschaftet. Und dann wird der Canyon immer tiefer und steiler. Er ist um einiges tiefer als der Grand Canyon in den USA. Ganz allein übernachteten wir mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz in der Nähe des Cruz del Condor. Unglaublich dieses Panorama mit dem Sonnenuntergang….
Ein knallblauer Himmel und Sonnenschein erwarteten uns am nächsten Morgen – ideales Flugwetter für Kondore! Und tatsächlich, um acht Uhr stiegen die ersten Kondore mit dem thermischen Aufwind aus dem tiefen Canyon auf. Später anreisende Touristen verpassten ein unglaubliches Ereignis. Die morgendliche Futtersuche der grössten Raubvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,20 Metern war nach zwei Stunden vorbei. Im Colca Canyon leben auch viele andere Tierarten und es blühen selbst im Winter farbenreiche Pflanzen. Zurück in Chivay genossen wir ein zweites Mal das Thermalbad, bevor wir nach Arequipa weiterreisten.
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Sonntag, 28. August 2011
Cusco und Machu Picchu
Weiter ging die Reise über den Altiplano und dann über den Pass Abra la Raya nach Cusco. Auf dieser Strecke begegneten wir dem Touristenzug Andean Explorer von Perurail. Allgemein gibt es in den Anden nur wenige Eisenbahnlinien. Die Leute reisen vorwiegend mit den viel günstigeren Bussen.
Cusco war die Hauptstadt und das Herz des Inka-Imperiums. Oberhalb der Stadt fanden wir einen ruhigen Camping mit Lamas, Alpakas, Hühnern und Hunden. In der weiteren Umgebung von Cusco befinden sich viele Ruinen, darunter die weltbekannte Inkastadt Machu Picchu – das Ziel der meisten Südamerikareisenden. Inzwischen ist das Interesse so gross, dass täglich nur noch 2‘500 Touristen zugelassen werden. Nahezu 400 Jahre blieb Machu Picchu im dichten Urwald auf schroffen und steilen Felsen verborgen. Erst vor hundert Jahren wurde die Ruinenstadt durch eine Expeditionsgruppe wieder entdeckt. Beeindruckend ist die millimetergenaue Bearbeitung und Platzierung der zum Teil riesigen Steine.
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Cusco war die Hauptstadt und das Herz des Inka-Imperiums. Oberhalb der Stadt fanden wir einen ruhigen Camping mit Lamas, Alpakas, Hühnern und Hunden. In der weiteren Umgebung von Cusco befinden sich viele Ruinen, darunter die weltbekannte Inkastadt Machu Picchu – das Ziel der meisten Südamerikareisenden. Inzwischen ist das Interesse so gross, dass täglich nur noch 2‘500 Touristen zugelassen werden. Nahezu 400 Jahre blieb Machu Picchu im dichten Urwald auf schroffen und steilen Felsen verborgen. Erst vor hundert Jahren wurde die Ruinenstadt durch eine Expeditionsgruppe wieder entdeckt. Beeindruckend ist die millimetergenaue Bearbeitung und Platzierung der zum Teil riesigen Steine.
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Montag, 15. August 2011
Lago Titicaca
Der Titicacasee ist tiefblau und liegt mitten im Altiplano zwischen Bolivien und Peru auf 3810 Metern über Meer. Er ist 195 km lang, 65 km breit und damit fast 13 Mal grösser als der Bodensee. Um nach Copacabana zu gelangen, muss man den Titicacasee an der schmalsten Stelle mit der Fähre überqueren. Copacabana ist ein Wallfahrtsort für Gläubige aus Bolivien und Peru. Beliebt ist die Fahrzeugweihe bei der die buntgeschmückten Autos gesegnet werden.
Mit dem Schiff fuhren wir auf die verkehrsfreie Isla del Sol. Auf der Sonneninsel begegneten wir Ruinen und anderen Spuren aus der Inkazeit. Die Einheimischen leben von der Landwirtschaft mit ältesten Anbaumethoden (keine Traktoren) sowie vom Tourismus. Wir machten eine schöne Wanderung auf dem Höhenweg quer durch die Insel und übernachteten in einer einfachen Unterkunft. Natürlich genossen wir mehrmals die feinen Forellen aus dem Titicacasee. Und die extreme Höhe ertrugen wir inzwischen gut mit frisch zubereitetem Coca-Tee.
Nach fast zwei Monaten in Bolivien, überquerten wir kurz nach Copacabana die Grenze nach Peru. Die Formalitäten am Zoll verliefen problemlos, dank der freundlichen Unterstützung der Grenzbeamten. Schon im nächsten Ort Julí stiessen wir auf ein kirchliches Fest mit farbigem Umzug und viel Musik. Von Puno aus besuchten wir die Uro-Nachfahren auf den schwimmenden Inseln. Rund 2000 Menschen leben auf Inseln, die aus dem See wachsenden Schilf gebaut werden und mit Pflöcken verankert sind. Der Tourismus ist auch für sie zu einem wichtigen Einkommensfaktor geworden. In der Nähe von Puno befinden sich die Grabtürme von Sillustani. Den Parkplatz durften wir als optimalen Stellplatz für unser Wohnmobil benutzen.
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Mit dem Schiff fuhren wir auf die verkehrsfreie Isla del Sol. Auf der Sonneninsel begegneten wir Ruinen und anderen Spuren aus der Inkazeit. Die Einheimischen leben von der Landwirtschaft mit ältesten Anbaumethoden (keine Traktoren) sowie vom Tourismus. Wir machten eine schöne Wanderung auf dem Höhenweg quer durch die Insel und übernachteten in einer einfachen Unterkunft. Natürlich genossen wir mehrmals die feinen Forellen aus dem Titicacasee. Und die extreme Höhe ertrugen wir inzwischen gut mit frisch zubereitetem Coca-Tee.
Nach fast zwei Monaten in Bolivien, überquerten wir kurz nach Copacabana die Grenze nach Peru. Die Formalitäten am Zoll verliefen problemlos, dank der freundlichen Unterstützung der Grenzbeamten. Schon im nächsten Ort Julí stiessen wir auf ein kirchliches Fest mit farbigem Umzug und viel Musik. Von Puno aus besuchten wir die Uro-Nachfahren auf den schwimmenden Inseln. Rund 2000 Menschen leben auf Inseln, die aus dem See wachsenden Schilf gebaut werden und mit Pflöcken verankert sind. Der Tourismus ist auch für sie zu einem wichtigen Einkommensfaktor geworden. In der Nähe von Puno befinden sich die Grabtürme von Sillustani. Den Parkplatz durften wir als optimalen Stellplatz für unser Wohnmobil benutzen.
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Freitag, 5. August 2011
La Paz – die Grossstadt auf 3600 Meter
Die Anfahrt über El Alto ergab einen eindrucksvollen Blick über die im Talkessel liegende Stadt. Der tiefste Punkt liegt auf 3100 Meter und der höchste auf knapp 4100 Meter in der Zwillingsstadt El Alto. La Paz ist die wichtigste Stadt Boliviens und zugleich Regierungssitz (offizielle Hauptstadt ist aber Sucre). Eine bekannte Campingmöglichkeit für Globetrotter in Bolivien ist das Hotel Oberland in Mallasa (12 km vom Zentrum La Paz), das vom Schweizer Walter Schmid geführt wird. Hier feierten wir den 1. August zusammen mit dem Schweizer Club mit Feuerwerk und in Anwesenheit des Botschafters und zahlreichen Mitarbeitenden der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).
Der 6. August ist der Nationalfeiertag von Bolivien. Die Aktivitäten begannen aber schon einige Tage vorher. Farbenfrohe Tanzgruppen und Paraden der verschiedenen Schulen zogen durch die Strassen von La Paz. Während unser Wohnmobil im Service war, nutzten wir die Zeit für einen Stadtrundgang.
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Der 6. August ist der Nationalfeiertag von Bolivien. Die Aktivitäten begannen aber schon einige Tage vorher. Farbenfrohe Tanzgruppen und Paraden der verschiedenen Schulen zogen durch die Strassen von La Paz. Während unser Wohnmobil im Service war, nutzten wir die Zeit für einen Stadtrundgang.
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Parque Nacional Sajama
Fünf Tage verbrachten wir in der kleinen Siedlung Sajama, am Fuss des gleichnamigen, höchsten Berges von Bolivien im Grenzgebiet zu Chile. In diesem Nationalpark wachsen bis auf 5200 Meter über Meer die Queñua-Bäume. Weiter gibt es Lagunen, heisse Quellen und Geysire sowie viele Lamas, Alpakas und die wild lebenden Vicuñas. Wir badeten in einem kleinen, warmen Bach, der von den kochenden Geysiren gespiesen wird - ein willkommener Gegensatz zu den eisig kalten Nächten (minus 12 Grad Celsius). Da man sich auf dieser Hochebene bereits auf 4250 Meter befindet, erscheinen die umliegenden inaktiven Vulkanberge gar nicht mehr so hoch (Sajama 6542 m, Parinacota 6348 m, Acotango 6052 m).
Kurzentschlossen entschied Franz, mit dem einheimischen Bergführer Francisco den ersten Sechstausender zu besteigen – den Acotango mit 6052 Metern an der chilenischen Grenze. Mit einem alten Toyota 4 x 4 fuhren sie um zwei Uhr Nachts bis auf 4800 Metern. In der Dunkelheit und mit Stirnlampen ausgerüstet begann der steile Aufstieg im Geröll. Die Luft wurde immer dünner und langsam näherten sie sich dem knirschenden Schnee und Eis. Sie zogen die Steigeisen an und waren bei Sonnenaufgang schon kurz vor dem Gipfel. Es gab keine Passkontrolle, aber anscheinend liegt der Gipfel bereits in Chile! Der Wind blies aber so heftig, dass sie auf die letzten Meter verzichten mussten. Trotzdem – das Ziel mit sechstausend Metern war erreicht und zufrieden stiegen sie sofort wieder ab. Der Acotango ist einfach an einem Tag zu besteigen, aber bei dieser Höhe geht‘s ohne eine gute Kondition und Höhenaklimatisierung nicht. Der Sajama ist technisch anspruchsvoller und man benötigt für die Besteigung drei Tage.
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Kurzentschlossen entschied Franz, mit dem einheimischen Bergführer Francisco den ersten Sechstausender zu besteigen – den Acotango mit 6052 Metern an der chilenischen Grenze. Mit einem alten Toyota 4 x 4 fuhren sie um zwei Uhr Nachts bis auf 4800 Metern. In der Dunkelheit und mit Stirnlampen ausgerüstet begann der steile Aufstieg im Geröll. Die Luft wurde immer dünner und langsam näherten sie sich dem knirschenden Schnee und Eis. Sie zogen die Steigeisen an und waren bei Sonnenaufgang schon kurz vor dem Gipfel. Es gab keine Passkontrolle, aber anscheinend liegt der Gipfel bereits in Chile! Der Wind blies aber so heftig, dass sie auf die letzten Meter verzichten mussten. Trotzdem – das Ziel mit sechstausend Metern war erreicht und zufrieden stiegen sie sofort wieder ab. Der Acotango ist einfach an einem Tag zu besteigen, aber bei dieser Höhe geht‘s ohne eine gute Kondition und Höhenaklimatisierung nicht. Der Sajama ist technisch anspruchsvoller und man benötigt für die Besteigung drei Tage.
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