Fünf Tage verbrachten wir in der kleinen Siedlung Sajama, am Fuss des gleichnamigen, höchsten Berges von Bolivien im Grenzgebiet zu Chile. In diesem Nationalpark wachsen bis auf 5200 Meter über Meer die Queñua-Bäume. Weiter gibt es Lagunen, heisse Quellen und Geysire sowie viele Lamas, Alpakas und die wild lebenden Vicuñas. Wir badeten in einem kleinen, warmen Bach, der von den kochenden Geysiren gespiesen wird - ein willkommener Gegensatz zu den eisig kalten Nächten (minus 12 Grad Celsius). Da man sich auf dieser Hochebene bereits auf 4250 Meter befindet, erscheinen die umliegenden inaktiven Vulkanberge gar nicht mehr so hoch (Sajama 6542 m, Parinacota 6348 m, Acotango 6052 m).
Kurzentschlossen entschied Franz, mit dem einheimischen Bergführer Francisco den ersten Sechstausender zu besteigen – den Acotango mit 6052 Metern an der chilenischen Grenze. Mit einem alten Toyota 4 x 4 fuhren sie um zwei Uhr Nachts bis auf 4800 Metern. In der Dunkelheit und mit Stirnlampen ausgerüstet begann der steile Aufstieg im Geröll. Die Luft wurde immer dünner und langsam näherten sie sich dem knirschenden Schnee und Eis. Sie zogen die Steigeisen an und waren bei Sonnenaufgang schon kurz vor dem Gipfel. Es gab keine Passkontrolle, aber anscheinend liegt der Gipfel bereits in Chile! Der Wind blies aber so heftig, dass sie auf die letzten Meter verzichten mussten. Trotzdem – das Ziel mit sechstausend Metern war erreicht und zufrieden stiegen sie sofort wieder ab. Der Acotango ist einfach an einem Tag zu besteigen, aber bei dieser Höhe geht‘s ohne eine gute Kondition und Höhenaklimatisierung nicht. Der Sajama ist technisch anspruchsvoller und man benötigt für die Besteigung drei Tage.
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Freitag, 5. August 2011
Auf dem Salar de Uyuni
Die berühmte Minenstadt Potosi liegt über 4000 Meter über Meer und hat eine betrübte Vergangenheit hinter sich. Ihre riesigen Silbervorkommen wurden von den Spaniern vom 15. bis 18. Jahrhundert unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgebeutet. Deshalb verzichteten wir auf die touristische Minenbesichtiung.
Der weitere Weg nach Uyuni und zum gleichnamigen Salar führte grösstenteils über eine neu geteerte Strasse durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Immer wieder begegneten wir weidenden Lamas und Alpakas. Und endlich erblickten wir das „weisse Meer“. Diese riesige Salzpfanne liegt auf 3660 Meter über Meer, ist etwa 160 km lang und 135 km breit. Die Salzkruste ist zwischen 2 und 7 Meter dick. Allerdings muss man auf vorhandene Löcher (Ojos) aufpassen.
Bei Colchani fuhren wir vom Festland auf den Salzsee. Hier wird noch von Hand Salz gewonnen. Zwei Wochen vor unserer Ankunft fiel in der Region relativ viel Schnee. Dieser war in der Zwischenzeit wieder geschmolzen, hinterliess allerdings einige grosse Wasserflächen auf dem Salar von bis zu zehn Zentimetern Tiefe, die wie Spiegel wirkten. Trotzdem sah man die Fahrspuren auf der Salzkruste deutlich. Mutig und allein (ohne GPS) fuhren wir der achzig Kilometer entfernten Isla Incahuasi entgegen. Der Salar hinterliess bei uns einen einzigartigen Eindruck: unendliche Weitsicht, verschneite Bergketten, weisse und strukturierte Salzfläche, absolute Stille, nachts Millionen von Sternen und die Milchstrasse, wie wir sie noch nie gesehen haben. Die erste Nacht verbrachten wir ganz alleine einige Kilometer vor der Insel Incahuasi, auf der bis zu 1200 Jahre alte Kakteen wachsen. Die höchsten sind über zehn Meter hoch. In der zweiten Nacht „parkierten“ wir vor der Isla Pescado. Dank der guten Standheizung überstanden wir die sehr kalten Nächte problemlos. Am nächsten Morgen verliessen wir den Salar beim Dorf Tahua und umfuhren den 5400 Meter hohen Vulkan Tunupa Richtung Norden.
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Der weitere Weg nach Uyuni und zum gleichnamigen Salar führte grösstenteils über eine neu geteerte Strasse durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Immer wieder begegneten wir weidenden Lamas und Alpakas. Und endlich erblickten wir das „weisse Meer“. Diese riesige Salzpfanne liegt auf 3660 Meter über Meer, ist etwa 160 km lang und 135 km breit. Die Salzkruste ist zwischen 2 und 7 Meter dick. Allerdings muss man auf vorhandene Löcher (Ojos) aufpassen.
Bei Colchani fuhren wir vom Festland auf den Salzsee. Hier wird noch von Hand Salz gewonnen. Zwei Wochen vor unserer Ankunft fiel in der Region relativ viel Schnee. Dieser war in der Zwischenzeit wieder geschmolzen, hinterliess allerdings einige grosse Wasserflächen auf dem Salar von bis zu zehn Zentimetern Tiefe, die wie Spiegel wirkten. Trotzdem sah man die Fahrspuren auf der Salzkruste deutlich. Mutig und allein (ohne GPS) fuhren wir der achzig Kilometer entfernten Isla Incahuasi entgegen. Der Salar hinterliess bei uns einen einzigartigen Eindruck: unendliche Weitsicht, verschneite Bergketten, weisse und strukturierte Salzfläche, absolute Stille, nachts Millionen von Sternen und die Milchstrasse, wie wir sie noch nie gesehen haben. Die erste Nacht verbrachten wir ganz alleine einige Kilometer vor der Insel Incahuasi, auf der bis zu 1200 Jahre alte Kakteen wachsen. Die höchsten sind über zehn Meter hoch. In der zweiten Nacht „parkierten“ wir vor der Isla Pescado. Dank der guten Standheizung überstanden wir die sehr kalten Nächte problemlos. Am nächsten Morgen verliessen wir den Salar beim Dorf Tahua und umfuhren den 5400 Meter hohen Vulkan Tunupa Richtung Norden.
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Sonntag, 17. Juli 2011
Spanisch lernen in Sucre
Für unser Wohnmobil fanden wir auf einem privaten Grundstück, eingezäunt und mit einem abschliessbaren Tor, einen idealen Standplatz in Sucre. Der Besitzer, der selbst an der nächsten Strasse wohnt, hat hier eine kleine Werkstatt eingerichtet, wo er alte Elektromotoren mit neuen Kupferdrähten wickelt. Mit Petra und Orlando, einem sympatischen jungen Paar aus Graubünden, das auch mit einem Wohnmobil in Südamerika unterwegs ist, teilten wir den schönen Platz ganz in der Nähe des Stadtzentrums. Es fehlte an nichts: Wasser, Elektrisch, WC, warme Dusche und sogar WiFi.
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Während vier Wochen besuchten wir jeden Morgen vier Stunden den Spanischunterricht bei Aida Rojas. Jeden Morgen marschierten wir zirka vierzig Minuten durch die Stadt und den Hügel hinauf – ideal um sich an die Höhe zu gewöhnen und fit zu bleiben. In unserem Reiseführer wurde Aida als Sprachlehrerin empfohlen. Die Privatstunden fanden in ihrem Haus am Stubentisch statt. Nebst der spanischen Sprache lernten wir viel Interessantes über Bolivien und seine Bevölkerung kennen. Am Stadtrand von Sucre gibt es übrigens einzigartige Dinosaurierspuren in einem Steinbruch zu sehen. Berner Geologen versuchten, die Felswand mit den Fussabdrücken zu sichern. Vor 70 Millionen Jahren war die Spurenwand noch die flache Uferzone eines Sees.
Und noch etwas zu den Preisen in Bolivien: Nach dem Spanisch assen wir manchmal im Restaurant zu Mittag. Suppe, Hauptgang, kleiner Dessert und ein Krug Limonade kosteten nur fünf Franken für uns beide zusammen. Ein Kaffee kostete 75 Rappen. Unsere Einkäufe erledigten wir meistens im Mercado Central – ein riesiger Markt für Lebensmittel, wo alle Einheimischen einkaufen: z.B. 12 Eier für einen Franken! Für vier Franken gab es zwei Kinoeintritte. Eine Busfahrt durch die ganze Stadt kostete 20 Rappen. Und den neuen Chip für das Mobile von Franz gab es für 65 Rappen. Eventuell haben wir halt dann in jedem weiteren Land wieder eine neue Telefonnummer! Aber das Natel haben wie sowieso nur für Notfälle.
Sucre ist die nominelle Hauptstadt von Bolivien, auch wenn sich die Regierung in La Paz befindet. Die Stadt liegt auf 2790 Meter über Meer (ideal um sich an die Höhe der Anden zu gewöhnen) und hat 220’000 Einwohner. Sucre ist eine hübsche, saubere Stadt mit kolonialem Baustil und vielen weissen Gebäuden sowie schönen Pärken mit vielen Sitzbänken. Die Strassen und Trottoires sind schmal und der Verkehr zur Hauptzeit recht hektisch. Unsere nächsten Ziele sind die Minenstadt Potosí und der Salar de Uyuni.Bilder
Montag, 20. Juni 2011
Von Villamontes nach Sucre
Wir wählten den kürzesten Weg nach Sucre – immerhin noch etwa 600 Kilometer und davon gut 300 auf Naturstrassen. Sechzig Kilometer vor Sucre liegt Tarabuco auf 3230 Meter über Meer, wo jeweils am Sonntag einer der interessantesten Märkte von Bolivien stattfindet. Auf dieser Andenhochebene wurde zum Zeitpunkt unserer Durchreise (18. Juni) Getreide und Mais geerntet. Müde und durchgeschüttelt erreichten wir Sucre auf 2790 Meter über Meer. Am darauffolgenden Montag begann für uns der Spanischunterricht.
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Sonntag, 19. Juni 2011
Auf der Trans-Chaco Ruta nach Bolivien
In Asuncion blieben wir nur eine Nacht in der riesigen Parkanlage des botanischen Gartens – gut bewacht von bewaffneten Parkwärtern und ihren Hunden. Rund 750 Kilometer misst die Trans-Chaco Ruta bis zur bolivianischen Grenze. Der Chaco ist eine grosse Tiefebene und extrem dünn besiedelt. Im Sommer gibt es Temperaturen bis über 45 Grad und zur Regenzeit kaum passierbar. Jetzt im Juni sind es angenehme 25 bis 35 Grad und vom Winter keine Spur.
Bis zur Grenze von Bolivien waren es noch immer 350 Kilometer. Auf den letzten hundert Kilometern begegneten uns weniger als zehn Fahrzeuge. Freundlich winkt man sich zu. Der Strassenzustand ist sehr unterschiedlich: Abschnitte mit riesigen Löchern, wo man nur im Schritttempo vorwärts kam, und dann wieder perfekte und gradlinige Asphaltstrassen. Nach dem einfachen Grenzübergang, wo die Formalitäten rasch erledigt wurden, hat Bolivien ebenfalls eine neue Strasse gebaut. Sie war aber noch nicht eröffnet. Deshalb fuhren wir parallel zur neuen Strasse über hundert Kilometer auf einer staubigen Schotterpiste nach Villamontes. Immer wieder liefen Ziegenherden aus dem staubigen Dornengebüsch über die Strasse.
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In Filadelfia schalteten wir einen zweitägigen Zwischenhalt ein. In dieser Region im zentralen Chaco leben rund 15‘000 deutschstämmige Mennoniten. Sie sind vor etwa achtzig Jahren von Kanada, Russland und Brasilien hierher eingewandert und haben aus dieser unwirtlichen Gegend eine produktive Landwirtschaft aufgebaut. Ihre gemeinsame Sprache ist Plattdeutsch. Deutsch und Spanisch werden in der Schule unterrichtet. Überall stösst man auf deutsche Beschriftungen und Ortsnamen. Wir übernachteten allein im historischen Park Trébol, wo 1930 die Einwanderer ihre ersten Zelte aufschlugen.
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Donnerstag, 9. Juni 2011
Plötzlich sind wir Millionäre
Um von Argentinien nach Paraguay zu gelangen, muss man zuerst kurz nach Brasilien und überquert dann die Brücke über den Rio Paraná von Foz do Iguacu nach Ciudad del Este. Der hektische Verkehr auf der Brücke ist legendär. In dieser Grenzstadt dreht sich alles um Handel und Schmuggel – Markenartikel und Fälschungen. Und wir wurden schlagartig Millionäre! Beim ersten Bankautomaten nach dem Grenzübertritt hoben wir 1,5 Millionen Guaranies ab (mehr ging leider nicht). Die Zeitung kostete allerdings 4'500 Guaranies, was etwa einem Franken entspricht. Ein Liter Benzin kostete 7‘000 Guaranies, was für die Leute hier relativ teuer ist. Die Währung hat ihren Namen von der Urbevölkerung, den Guarani-Indianern.
Etwas nördlich der Stadt besuchten wir das grösste Wasserkraftwerk der Welt – das Binacional ITAIPU. Der rund 200 Meter hohe und 8 Kilometer lange Damm staut den Rio Paraná zu einem Wasserreservoir von unglaublichen 200 Kilometern Länge. Einige Tage verbrachten wir im Reservat Tati Yupi auf einem Camping, den wir hier nicht so erwartet hätten: Ruhige Lage am Stausee, blitzblanke sanitarische Anlagen mit Keramikplatten, warmes Wasser, Ausfahrt mit Pferdefuhrwerk, bunte Vögel und Schmetterlinge und sogar kleine Affen – und das alles gratis! Nach einem Abstecher zu den Saltos del Monday ging die Fahrt südlich auf der Ruta 6 durch das fruchtbare Land im Alto Paraná und Itapua nach Hohenau, einer deutschen Kolonie. Auf dem weiteren Weg nach Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay, machten wir einen Abstecher zum Parque Nacional Ybicui, wo es von Schmetterlingen nur so wimmelte. Wegen einem Fehler auf der Landkarte wurden aus der vermeintlichen Abkürzung über eine geteerte Strasse allerdings zusätzliche 30 Kilometer Naturstrasse – Betonung auf „Natur“.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Die Wasserfälle Iguazú
Der Rio Iguazú bildet hier die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Die Wasserfälle liegen rund 20 km vor der Einmündung des Rio Iguazú in den Rio Paraná. Diese Mündung bildet gleichzeitig die Dreiländerecke von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Die spektakulären Wasserfälle sind ein Muss für alle Südamerika-Touristen. Bei schönstem Wetter besuchten wir die Wasserfälle und die beiden Nationalpärke von Brasilien und Argentinien. Fotos sagen mehr als viele Worte!
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