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Mittwoch, 12. August 2015

Mit Barbara unterwegs

Die Ferien mit Barbara waren diesmal auf zwei Wochen beschränkt. Trotzdem wollten wir ihr so viel wie möglich von Ostkanada zeigen. Erstes Ziel war der Cabot Trail, eine sehr schöne Rundstrecke in Nova Scotia durch den Cape Breton Highlands Nationalpark. Die Strasse führt durch ausgedehnte Waldregionen, durch Täler und Hochebenen und grandiose Küstenabschnitte. Das Wetter liess zwar zu wünschen übrig, aber auf der Skyline-Rundwanderung auf den French Mountain blieben wir ausnahmsweise trocken. Wie immer wenn Barbara mit uns reist, steht das Kulinarische im Zentrum. Sie kocht sehr gerne und interessiert sich für die lokalen Spezialitäten. Die Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten ist in den Atlantikprovinzen kaum zu übertreffen. Gerne liessen wir uns von ihren Kochkünsten kulinarisch verwöhnen.

Die Îles-de-la-Madeleine gehören zur Provinz Québec und liegen mitten im Sankt Lorenz Golf. Viele Freunde von Québec schwärmten von der Einzigartigkeit dieser Insel – eigentlich sind es mehrere Inseln, die durch Brücken und Dämme miteinander verbunden wurden. Da wir schon einmal im Osten waren, unternahmen wir diesen Abstecher mit Barbara. Zuerst ging‘s mit einer ersten Fähre zur Provinz Prince Edward Island und dort von Souris mit einer weiteren Fähre nach Cap-aux-Meules auf die Îles-de-la-Madeleine. Rote Klippen, kilometerlange, weisse Badestrände, Dünen und Lagunen sowie Häuser in allen Farben über die ganze Insel verstreut gehören zu den Besonderheiten. Und man spricht französisch! Deshalb sind anglophone Touristen eher selten. Eine faszinierende Insel, wo die einheimische Bevölkerung dem Fischfang, speziell Hummer, und dem Tourismus verpflichtet ist. Bedingt durch die kühle Witterung, brauchten wir auch hier noch keine Badekleider auszupacken.
Mit der Abendfähre fuhren wir nach vier Tagen zurück nach Souris, wo wir um zwei Uhr morgens ankamen und auf dem erst besten Parkplatz im Wohnmobil weiter schliefen. Prince Eduard Island ist die Kartoffelprovinz Kanadas. Und tatsächlich, in der Hauptstadt Charlottetown genossen wir die besten Frites, bevor es über die 13 km lange Confederation Bridge nach New Brunswick und gleich nach Nova Scotia weiterging. In Five Islands und Burntcoat Head in der Bay of Fundy staunten wir über den höchsten Pegelunterschied der Welt zwischen Ebbe und Flut (bis 16 m). In den folgenden Tagen besuchten wir an der bekannten Lighthouse Route Lunenburg, Chester und Peggy’s Cove. Letzter Höhepunkt war der Besuch von Halifax – endlich bei schönstem Wetter. Hier verabschiedeten wir uns von Barbara nach einer schönen Reise zu dritt. Alleine erkundeten wir die restlichen Regionen Ostkanadas weiter.
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Samstag, 18. Juli 2015

Nah bei Europa – früh entdeckt

Von Newfoundland und Labrador aus ist die Distanz zwischen Amerika und Europa am kürzesten. Kein Wunder, dass die Wikinger schon um das Jahr 1000 Amerika entdeckt, aber wohl kaum wahrgenommen haben – ein halbes Jahrtausend vor Christoph Kolumbus. Bei L’Anse aux Meadows bauten sie eine Siedlung auf, die historisch belegt ist und besucht werden kann. Später kamen dann andere Entdecker und angezogen vom Reichtum der Küstengewässer fischten hier Basken, Portugiesen, Franzosen und Engländer. Konflikte gab es deshalb viele und als Folge davon wurden die Beothuk-Indianer, die hier seit Jahrtausenden heimisch waren, allmählich verdrängt. Vor zweihundert Jahren starben sie schliesslich aus.

Die Küstenfischerei ist in Newfoundland und Labrador allgegenwärtig. Ihre wirtschaftliche Bedeutung hat sie aber dem Bergbau und der Erdölförderung abgegeben. In fast jeder Bucht findet man einfachste, aber auch malerische Fischerdörfer. Dazwischen durchquert man unendliche Wälder, unterbrochen durch glitzernde Seen. Viel Platz gibt’s für die anscheinend über hundert Tausend Elche. Sie haben es nicht nötig, für die Touristen am Strassenrand zu fressen! In drei Wochen haben wir ganz kurz vier Elche gesehen. Ja, Sommer gibt es auch in Newfoundland! Die Sonnentage sind zwar sehr selten, die Faserpelz- und Regenjacke hat man immer dabei. Und die Badekleider müsste man gar nicht einpacken. Hingegen war die Mückenplage nicht so schlimm wie vorausgesagt. Schmunzeln darf man über die lustigen Camping- und Parknamen in Newfoundland: Pistolet Bay, Blow Me Down, Dildo Run, Butter Pot und Pippy Park… Die Neufundländer sind hilfsbereite, freundliche Menschen und haben trotz rauen Lebensbedingungen den Humor nicht verloren.

Dann ging‘s mit der Fähre in 16 Stunden langer Fahrt von Argentia nach North Sydney in Nova Scotia. Dort erwarteten wir Barbara.


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Dienstag, 23. Juni 2015

Und weiter mit dem Schiff nach Labrador

Bei schönstem Wetter reisten wir zwei Tage und Nächte mit der Bella Desgagnés von Natashquan nach Blanc-Sablon. Das Spezielle an dieser Schiffsreise besteht darin, dass Passagiere wie auf einer Kreuzschifffahrt reisen können. Zusätzlich ist das Schiff die einzige Verbindungs- und Versorgungsmöglichkeit für die Küstenorte Kegaska, La Romaine, Harrington Harbor, Tête-à-la-Baleine, La Tabatière und Saint-Augustin. Deshalb ist das Schiff mit einem riesigen Liebherr-Kran ausgestattet. Während dem Auf- und Abladen der Güter konnten wir diese abgelegenen Dörfer besuchen. Die kontaktfreudigen Menschen machten einen sehr zufriedenen Eindruck. Man dürfe einfach nicht zu spät aufs Schiff zurückkehren, warnte uns der Kapitän!

Genau genommen befindet man sich bei der Ankunft in Blanc-Sablon noch in der äussersten Ecke von Québec. Aber bereits drei Kilometer weiter beginnt Labrador. Anstelle der Küstenroute hätten wir auch die rund tausend Kilometer lange Naturstrasse über Labrador City fahren können. Unser Wohnmobil war uns sicher dankbar, dass wir darauf verzichteten. Auf der Küstenroute waren es dann nur noch 140 km Schotterpiste bis Saint Lewis. Die mächtigen Eisberge, die zu dieser Jahreszeit langsam von Grönland nach Süden treiben, und die typischen Landschaften Labradors entschädigten uns dafür auf der Iceberg Alley. Zusätzlich zwei Besonderheiten in der Landschaft: Überall wo es Wald hat, sieht man einsame Holzschlitten am Strassenrand, die vermutlich auf den nächsten Winter und Brennholztransport warten. Und weit abgelegen von der Zivilisation stösst man plötzlich auf gepflegte Gemüsegärten in diesem sonst kargen Land.
Labrador gehört zur Provinz Neufundland. Während Neufundland eine Insel ist, gehört Labrador zum Festland Canadas. In Labrador leben nur zirka 30‘000 Einwohner auf 295‘000 km2 (sieben Mal grösser als die Schweiz); in Neufundland zirka 480‘000 Einwohner auf 111‘000 km2. In Blanc-Sablon nahmen wir die Fähre nach Saint-Barbe in Newfoundland, wo wir schon zwei Stunden später ankamen.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Côte-Nord auf dem Landweg

Unter Côte-Nord versteht man das nördliche Ufer des Sankt-Lorenz-Stromes in Québec. Die Region beginnt in Tadoussac und die Route der Küste entlang trägt die Bezeichnung „Route des Baleines“. Und tatsächlich konnten wir öfters Finnwale und Seehunde vom Ufer aus beobachten, zwar nicht so spektakulär wie in Argentinien, Mexiko oder Alaska. Bis Natashquan sind es rund 800 km. Dann endet die Küstenstrasse und es geht nur noch mit einer zweitägigen Schiffsreise bis zur Grenze nach Labrador weiter.

In Baie-Saint-Paul zweigten wir vorerst vom Sankt-Lorenz-Strom ab und fuhren zum Lac-Saint-Jean, einer bekannten, eigenständigen Region in Québec. Eine der touristischen Attraktionen ist der Zoo in Saint-Félicien, den wir schon vor 26 Jahren mit unseren Kindern besuchten. Das Spezielle an diesem Zoo sind nördliche Wildtiere, die frei in natürlicher Umgebung leben. Wir, die Besucher, fahren in einem „Käfig-Zug“ in ihrem Revier herum. Hier hatten wir Glück; viele andere Attraktivitäten, Nationalpärke, Museen und Camping waren noch bis Mitte Juni geschlossen. Deshalb campieren wir immer wieder frei, was hier kein Problem ist. Die touristische Saison schien noch nicht begonnen zu haben. Dies mag mit dem noch recht kühlen Klima zusammenhangen.
Im Hinterland der Côte-Nord befinden sich riesige Wasserkraftwerke (Bersimis, Manic) und Minen (Eisen, Aluminium). Dazwischen unendlicher Wald und bereits einzelne Taigagebiete. Baie-Comeau und Sept-Îles sind zwei grössere Städte mit vielfältigem Einkaufsangebot (Walmart, Canadian-Tire, Pharma-Prix, Maxi, Metro, Tim Hortens, McDonald usw.). Sonst ist die Küste nur mit sehr kleinen Dörfern besiedelt, ein Teil davon sind Indianersiedlungen mit den Namen Mingan, Aguanish und Natashquan. Hier befindet sich der bekannte Nationalpark Archipel-de-Mingan, ein Küstenabschnitt von 152 km mit über tausend grösseren und kleinsten Inseln.
Inzwischen haben wir uns an das Dodge-Wohnmobil gewöhnt. Zwar musste in Baie-Comeau der lärmende Auspuff geschweisst und der Wasserhahn ersetzt werden. Im Moment gibt uns nur die Heizung ein Rätsel auf. Ja richtig, es ist noch nicht Sommer im Norden! Nur der Kauf einer zusätzlichen Bettdecke rettete uns über das Wärmedefizit hinweg. Hingegen ist der Benzinverbrauch des Dodge „sommerlich durstig“, sprich 20 Liter pro 100 Kilometer. Dafür brummt der Motor wie ein ganz Grosser!
Natashquan ist wohl das bekannteste Dorf in Québec. Von hier stammt der bekannte Poet und Sänger Gilles Vigneault. Ein paar Kilometer weiter endet die Strasse 138. Deshalb verschifften wir am 17. Juni 2015 unser Wohnmobil auf das Schiff „Bella Desgagnés“ bis Blanc-Sablon.

Dienstag, 26. Mai 2015

Und weiter geht’s – neu mit einem alten Dodge unterwegs…

Unsere Freunde France und Boris sind zurück von Italien. Zusammen bestellten wir noch ihren grossen Garten. Vor einigen Tagen sind wir nun zu unserer letzten grossen Reiseetappe aufgebrochen und geniessen die grosse Freiheit. Dieser Bericht entsteht bereits auf der „Isle-aux-Coudres“ – einer kleinen Insel 110 km nördlich der Stadt Québec im Sankt-Lorenz-Strom. Bevor unsere viermonatige Reise zum Lac-Saint-Jean, der Côte-Nord entlang bis Labrador, Neufundland und durch die Ostprovinzen Kanadas weitergeht, fassen wir die vergangenen Monate kurz zusammen.

Kaum angekommen Ende Januar wurde es bitter kalt. Es gab zwar keinen Kälterekord in Bezug auf Minustemperaturen, aber auf minus 28 Grad Celsius sank das Thermometer doch in einigen Nächten. Das ist eigentlich normal im kanadischen Winter. Speziell war nur die ausgeprägte Kälte tagsüber im Februar. Für Schneeschuhtouren bei -16 bis -20 Grad Celsius mussten wir uns jeweils warm anziehen! Tage mit viel Sonnenschein und blauem Himmel waren aber in der Überzahl - ein besonderes Erlebnis bei eisigen Temperaturen und einem halben Meter Pulverschnee. Der Monat Februar war schliesslich gemäss „Météo Canada“ der kälteste Monat im Osten Kanadas seit 115 Jahren Aufzeichnungen gemacht werden. Während 39 Tagen stieg die Temperatur nie über null Grad, Flüsse und Seen blieben gefroren. Aber Anfang April wurde es langsam wärmer. Tausende von Kanadagänsen machten ihren Zwischenhalt in unserer Region auf dem Flug zu ihren Brutplätzen im Norden. In dieser Zeit fand die beliebte Ahornsirupsaison statt, ein traditionelles Produkt Ostkanadas.
Die Kälte hat uns aber nicht gehindert, uns mit unserem nächsten Lebensabschnitt in Kanada zu befassen. Dazu gehört ein permanenter Wohnsitz. Unser Wunschobjekt haben wir schon früher im Internet gefunden. Da wir keinen Grund zur Eile hatten, profitierten wir von der aktuellen Situation des Käufermarkts und vom noch stärkeren Schweizer Franken. Ursprünglich gehörten zum angebotenen Haus "nur" etwa 20'000 m2. Nach den Verhandlungen beträgt der Umschwung jetzt fast 13,5 ha bzw. 135'000 m2. Anfang März fand beim Notar die Grundbuchverschreibung statt. Das Land besteht hauptsächlich aus Mischwald und wird von einem kleineren Bach durchquert. Sogar den Bibern gefällt es und sie haben den Bach an einer Stelle gestaut. Neben dem Haus gibt es eine Futterstelle, wo im Winter regelmässig Hirsche sich verpflegen. Das gekaufte Haus besteht aus viel Holz. Mit Spa und Sauna sind wir auch für kommende Winter bestens gerüstet. Mit den Verkäufern Alain und Annie haben wir abgemacht, dass sie bis Ende September im Haus bleiben können, bis ihr neues Haus gebaut ist und wir im nächsten Herbst unsere letzte Reiseetappe abgeschlossen haben. Unser künftiger Wohnsitz gehört zur Municipalité Lac-Simon – une région ou la nature et les paysages sauvages sont encore dominants! Bis 1989 lebten wir etwas südlicher von Lac-Simon in Saint-André-Avellin, bis wir "vorübergehend" in die Schweiz zurückkehrten. Deshalb und glücklicherweise kennen wir bereits viele nette Leute in der Region und wir freuen uns sehr auf unseren permanenten Wohnort.
Übrigens verschifften wir unser Wohnmobil letzten Dezember von Halifax nach Antwerpen und verkauften es Gilles, einem Franzosen, den wir 2011 in Chile kennen gelernt haben. Denn in Kanada ist es unmöglich, als Privatperson ein Fahrzeug einzulösen. Wir erkundigten uns bei den Behörden über das Vorgehen für die Immatrikulation des Fahrzeugs, da wir ja in Kanada bleiben und das Fahrzeug behalten wollten. Keine Chance, das Fahrzeug müsste mindestens 15 Jahre alt sein (Oldtimer)! Wir verschifften unseren Camper deshalb zurück nach Europa, lösten ihn in der Schweiz kurz wieder ein, was überhaupt kein Problem war, und verkauften das Fahrzeug zwei Wochen später nach Frankreich. Nun geht unsere Reise halt mit einem kleinen, nordamerikanischen Wohnmobil weiter.

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Donnerstag, 13. November 2014

Québec – ein Zwischenhalt vor Augen

Vor einigen Monaten fragten uns France und Boris, unsere kanadischen Freunde von Québec, ob wir ihr Haus, Hund und Katze während ihrer Mexikoreise im November hüten würden. Dieses Angebot kam uns sehr gelegen. Dass der kanadische Winter unausweichlich einen Unterbruch der Reise erforderte, war uns bewusst. Wir verspürten keine Lust, nochmals in den wärmeren Süden zu ziehen. Da wir nächsten Sommer sowieso Ostkanada und Neufundland-Labrador auch noch erkunden wollen, lag die Region Gatineau-Ottawa auf dem Weg. France und Boris wohnen auf dem Land bei Buckingham, Québec. Beide sind pensionierte Lehrpersonen und sehr interessiert an Sprachen, Kulturen und Natur. So planen sie bereits für nächstes Jahr einen Aufenthalt von zweieinhalb Monaten in Italien. Deshalb wurden wir nochmals als „Gardiens“ von Ende Februar bis Anfang Mai engagiert. Sie besitzen ein grosses Haus mit viel Umschwung mit angrenzendem Wald. Kaum waren France und Boris abgereist, besuchte uns ein Wildschwein. Zorra, die Hündin, verteidigte ihr Terrain aber pflichtbewusst. Leider besass Boris kein Jagdgewehr – das hätte ein paar kulinarische Leckerbissen gegeben! Nach unseren verantwortungsvollen Überwachungsaufgaben dürfen wir uns anschliessend im geheizten Whirlpool unter freiem Himmel entspannen. Somit können wir unser Wärmedefizit vom letzten Sommer im Yukon und in Alaska jetzt etwas kompensieren.

Mit diesen optimalen Perspektiven vor Augen blieben uns noch einige Wochen, um gemütlich Saskatchewan, Manitoba, Ontario und einen Teil von Québec zu durchqueren. Die meisten touristischen Infrastrukturen waren zwar geschlossen, insbesondere Wasseranschlüsse und sanitäre Anlagen wegen Gefriergefahr. Doch in unserem heizbaren Wohnmobil konnten wir uns nach ausgedehnten Wanderungen immer wieder aufwärmen. Dass dies nicht gerade die bevorzugte Reisezeit der Touristen war, zeigte sich auch daran, dass man tagelang keine anderen Reisenden traf. In Ontario wählten wir den nördlichen Trans-Canada-Highway über Timmins und anschliessend die Region Abitibi-Témiscamingue im Nordwesten Québecs. Mit modernster Technologie werden in dieser Gegend zahlreiche Goldminen betrieben. Uns faszinierte hingegen eher die einsame Landschaft mit unzähligen Seen. Nach minus zwölf Grad Celsius in Val d’Or waren wir froh, am nächsten Tag in unserem „Winterquartier“ bei France und Boris anzukommen.
Im Dezember flogen wir in die Schweiz und verbrachten die Weihnachtszeit wieder einmal mit unseren Kindern, Familie und Freunden. Gleichzeitig pausierte unser Blog, sozusagen „closed for the season“, wie wir es letzten Herbst oft bei Touristeninformationen und Museen angetroffen haben.

Montag, 13. Oktober 2014

Durch die Provinzen Westkanadas

Auf den ersten Blick vermisst man spektakuläre Sehenswürdigkeiten. Doch beim genauen Recherchieren und Planen stiessen wir immer wieder auf Spannendes: Beispielsweise die verschiedenen Kulturen der Indianerstämme, die ersten Kontakte von weissen Pelzhändlern mit den Eingeborenen im 19. Jahrhundert, die weitere Besiedelung des Westens von Kanada und die damit verbundenen Chancen und Probleme, die interessanten Geschichten von Schweizer Auswanderern in den Jahren 1910 bis 1960 ins Bulkley Valley, die Entwicklung der Erdölförderung in den Provinzen Alberta und Saskatchewan.

Die Landschaften veränderten sich während den letzten zweitausend Kilometern (von Prince Rupert nach Saskatoon) eindrücklich: In Prince Rupert am Pazifik wanderten wir durch Regenwald, später liessen wir Gletscher, Berge und endlose Wälder hinter uns und nun fuhren wir durch die riesigen Getreidefelder und Weiden der Prärie. Von Langeweile noch keine Spur!
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